Plenum 2.0

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Folgendes Konzept wurde am 20.11. im interuniversitären Plenum in der TU Graz präsentiert, zusammen mit 2 anderen Konzepten. Es verwendet das [[Systemisches Konsensieren|SK-Prinzip]].  
Folgendes Konzept wurde am 20.11. im interuniversitären Plenum in der TU Graz präsentiert, zusammen mit 2 anderen Konzepten. Es verwendet das [[Systemisches Konsensieren|SK-Prinzip]].  

Revision as of 23:14, 23 November 2009

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Folgendes Konzept wurde am 20.11. im interuniversitären Plenum in der TU Graz präsentiert, zusammen mit 2 anderen Konzepten. Es verwendet das SK-Prinzip.

Contents

Grundprinzipien

Unter Vorlage der Forderungskataloge von Lehrenden und Studierenden wurden jene vier Grundprinzipien erarbeitet, die im Zentrum der notwendigen Bildungsreform stehen.

Diese vier Grundprinzipien inspirierten die UnsereUNI-Bewegung von Anfang an.

1. Widerstand gegen Ökonomisierung

Wirtschaft soll der Deckung der Bedürfnisse aller dienen, nicht dem Gewinnstreben einzelner.

2. Demokratisierung

JedeR, der von einer Entscheidung betroffen ist, soll an dieser mitbestimmen dürfen, sofern er/sie das Mitbestimmungsrecht der anderen Betroffenen ebenso akzeptiert.

3. Freiheit

Jede Person hat ihre Würde und ihre eigene Sicht der Welt. Erstere sollte unter allen Umständen gewahrt bleiben, zweiteres sollte sich unter zwanglosen Umständen entfalten können. Um dies zu gewährleisten bedarf es der Schaffung von Freiräumen zum offenen und respektvollen Gedanken-Austausch sowie der Förderung von gemeinschaftlicher Zusammenarbeit.

4. Transparenz

Um die anderen drei Grundprinzipien zu wahren, bedarf es offener Strukturen. Arbeitsgruppen sollen immer für neue MitgliederInnen und Vorschläge offen sein. Entscheidungen müssen immer in ihrem Kontext nachvollziehbar getroffen werden, dementsprächend dokumentiert werden (Wiki) und hinterfragbar bleiben. Die Verantwortlichkeiten sollten sich aus den Kompetenzen der beteiligten Persönlichkeiten ergeben und nicht aus vorgefertigten Strukturen heraus verteilt werden.

Die Plenumsstruktur

Ziel: Entwicklung einer dynamischen Plenumsstruktur, die basisdemokratisch, praktisch und nachhaltig ist. Plena sollten zwei bis dreimal pro Woche stattfinden, je nach wahrgenommener Menge und Dringlichkeit notwendiger Entscheidungen. Die Zeit zwischen den Plena kann von den AGs zur Diskussion und Vorbereitung genutzt werden. Dabei sollte das Wiki neben den AG-Treffen als offene Diskussionsplattform dienen. (Was die Partizipation von allen Interessierten unabhängig von Ort und Zeit ermöglicht.)

Ablauf

Themen durchlaufen in der Regel einen Zyklus von 2 Plena. (Bei Veto u.U. mehrere, siehe unten)

  • Plenum 1: Diskussionsplenum
  • Plenum 2: Abstimmungsplenum

Ankündigungen & Spontanes

Es gibt neben dem regulären Ablauf eine Phase die am Anfang des Plenums eingeschoben werden kann und auch immer dann, wenn Bedarf dannach ist. Es ist wohl im Sinne der Bewegung dass im Plenum auch Platz für Ankündigungen & Spontanes bleibt. Es können z. Bsp. Grüße übermittelt werden, Workshops angekündigt usw.

Es kann hier eine Spontan-Abstimmung mit den bekannten Fragen durchgenommen werden: "Wer ist dafür?", "Wer ist dagegen?" bzw. "Wer enthält sich?". Jedoch ergibt dies ein Stimmungsbild und stellt keine Plenums-Entscheidung dar (die ja den 2-Tages-Zyklus durchlaufen).

Diskussionsplenum

Eine halbe Stunde vor Plenums-Beginn steht ein fertig ausgefülltes Flipchart vor dem Podium, wo von der AG Plenum die Tagesthemen aufgelistet wurden. Die Themen werden ausschließlich von der AG Plenum eingebracht. JedeR hat im Vorfeld die Möglichkeit, sich per Wiki oder persönlich mit der AG Plenum in Kontakt zu setzen und seine/ihre Anliegen einzubringen.

(Eine Liste mit den Anträgen inklusive Erläuterungen der Antragsteller wird von der AG Plenum zur Verfügung gestellt um maximale Transparenz zu gewährleisten.)

In dieser halben Stunde vor Plenumsbeginn hat jede Person die Möglichkeit, nach vor zu gehen und am Flipchart für jedes Tagesthema Punkte zu vergeben. Die Punkte werden bei Plenumsbeginn summiert und die Tagesthemen werden nach Relevanz sortiert und so der Reihe nach vorgenommen.

Zeitlich fällt die Summierung und Reihung der Tagesthemen mit der Plenums-Einleitung (bzw. Ankündigungen & Spontanes) zusammen, wo Helfer für Protokoll, RednerInnenliste, Mikrofon usw. gefunden werden und die Diskussionsleitung sich und die Strukturen des Plenums kurz vorstellt.

Beim Diskussionsplenum wird, wie immer, ein Protokoll erstellt jedoch werden keine Entscheidungen getroffen. Hier ist es wichtig dass das Protokoll im Wiki bzw. per Newsletter öffentlich ist damit sich alle Interessierten gut auf das folgende Abstimmungsplenum vorbereiten können.

Jene Tagesthemen, die wegen geringer Zustimmung weit nach hinten gereiht wurden und sich im zeitlichen Rahmen nicht ausgehen, verfallen vorerst und können im nächsten Plenums-Zyklus erneut eingebracht werden.

Auf diese Weise kann der zeitliche Rahmen des Plenums eingehalten werden. Wenn sich ein wichtiges Tagesthema durch geringe Zustimmung des Publikums zeitlich nicht ausgeht, kann es ohne weiters beim nächsten Mal eingebracht werden und hat wiederum alle Chancen.

Abstimmungsplenum

All jene Tagesthemen die beim Diskussionsplenum durchgenommen wurden werden beim darauffolgenden Abstimmungsplenum nacheinader neuerlich diskutiert. Diesmal aber ist es keine reine Diskussion sondern auch eine Art Brainstorming wo Lösungsvorschläge von den Anwesenden eingebracht werden können und vom Protokollführer bzw. einem Helfer der AG Plenum auf einer Liste festgehalten werden.

Wenn die Wortmeldungen zu Ende sind bzw.keine weiteren Lösungsvorschläge vorliegen, werden alle eingebrachten Lösungsvarianten auf einem A4-Blatt aufgelistet,auf ein Klemmbrett geheftet und ins Publikum zur Bewertung übergeben. Ein Helfer bringt dass Klemmbrett samt Kugelschreiber von Bank zu Bank wo es durchgereicht wird und jeder zu jeder Variante jene Punktezahl als Ziffer dazuschreibt, die seiner Wertung entspricht. Wiederum drückt 5 die maximale Zustimmung aus. Ein Helfer begleitet das Klemmbrett, reicht es weiter, klärt Unklarheiten und überprüft dass es nicht zu Doppel-Einträgen kommt.

Nachdem alle Anwesenden ihre Bewertung eingegeben haben, werden die Punkte der Varianten summiert und das Ergebnis wird präsentiert. Es kann nun zum Veto kommen bzw. ansonsten gilt die Entscheidung als fertig.

Während das Klemmbrett durchs Publikum geht kann bereits mit der Diskussion für das nächste Thema begonnen werden. Wenn die am meisten beführwortete Variante feststeht wird sie dem Publikum präsentiert.

Wäre da noch der Fall, dass die ersten beiden beliebtesten Lösungsvarianten ganz ähnliche Punkte-Summen aufweisen. Bsp: Variante A: 567 Punkte, Varinate B: 554 Punkte, Variante C: 230 Punkte. Dann müsste eine neuerliche Diskussion stattfinden mit dem Focus auf die Möglichkeit u.U. die beiden beliebtesten Varianten zu einer zu verbinden bzw. muss eine Stichwahl nach dem Punkte-Prinzip durchgeführt werden. Wegen der neuerlichen Diskussion unter Bewusstsein der beiden Top-Varianten ist ein eindeutiges Ergebnis nach der Stichwahl dann nicht unwahrscheinlich.

Punktesystem

JedeR kann zu jedem Tagesthema bzw. zu jeder Lösungsvariante seine Beführwortung ausdrücken indem er/sie maximal 5 Punkte vergibt. Die Skala geht also von 0 bis 5. Fünf bedeutet maximale Zustimmung zu dem Tagesthema.

Dieses Punktesystem wird im weiteren immer gleichermaßen angewandt um Verwirrung möglichst auszuschließen.

Es kann auch ein anderes Punktesystem angedacht werden. Bsp: Widerstandspunkte statt Beführwortungspunkte. Bsp: von -5 bis +5 ansetzen. usw.

Die AG Konzepte hat sich für Beführwortungspunkte zwischen 0 bis 5 entschieden da dies für das Publikum und insbesondere Plenums-Gäste am schnellsten einleuchten sollte.

Veto

Nach der Entscheidung über Lösungsvarianten kann ein Veto eingebracht werden. Das Veto muss dabei mit einem der vier Grundprinzipien (Widerstand gegen Ökonomisierung, Demokratisierung, Freiheit, Transparenz) begründet werden! Bei unbegründetem Veto fordert die Diskussionsleitung eine Begründung. Ohne Begründung ist ein Veto ungültig. Daraufhin gibt es Wortmeldungen aus dem Publikum und danach wird das Stimmungsbild abgefragt. Durch die Diskussion sollte die Relevanz des Vetos für das Publikum geklärt sein. Das Veto gilt als angenommen wenn eine deutliche Mehrheit dafür ist, d.h. eine klare 2/3-Mehrheit.

Sollte es wiederholt zu begründeten Vetos ohne Mehrheit führen, dann kann die Diskussionsleitung je nach Zeitrahmen die Entscheidung auf den nächsten Plena-Zyklus verschieben. Solche (heißen) Themen sind beim nächsten Plenum als erstes zu behandeln (um den frischen Geist zu nutzen).

Wird das Veto angenommen so gilt die entsprechende Abstimmung als ungültig und der Entscheidungsprozess muss entweder von vorne beginnen oder, bei kleinem Zeitfenster, wird die Entscheidung vertagt. Es reicht u.U. nicht, einfach die zweit-beliebteste Lösungsvariante zu nehmen.

Ausblick

Mit dem Punkte-Abstimmungs-System der Varianten wird es theoretisch möglich, auch Benutzer aus dem Internet miteinzubeziehen.

Man könnte ein Organigramm über die neue Plenums-Struktur machen.

Varianten-Entscheidung könnte auch mit Flipchart probiert werden.

Man könnte ein eigenes Gerät (Tablet-Touch-Screen) verwenden für die direkte Stimmabgabe. Ausrechnen und Unleselichkeiten würde man sich ersparen. Wäre ein nettes Basisdemokratie-Gerät.

Kritik

Zeitlich schwierig

  • ich behaupte einmal, dass die schriftliche punkteabgabe und die auswertung bei einem vollen hörsaal mit 200 Personen mindestens 1h dauern wird... mir würde eine elektronische Lösung einfallen, die aber wahrsch. technisch nicht so einfach/schnell umgesetzt werden kann. man müsste eine Art touchpad einrichten mit entsprechender Software, wo man auf die Punkte drücken kann und das Programm wertet dann unmittelbar aus. datenschutzmaessig und technisch schwieriger wäre mein 2. vorschlag, diese Stimmabgabe durch Fingerabdruck zu vollziehen. jeder kann dann definitiv nur 1 stimme abgeben, die Fingerabdrücke sind nicht mit persönlichen Informationen gekoppelt und werden nach auswertung sofort gelöscht. dem technischen Zeugs fehlt halt leider die transparenz....
  • Antwort von Ernesto: Den Zeitraum ein Klemmbrett durch 200 Leute durchzureichen schätze ich mit 15 Minuten ein. Entscheidungen übers Internet sind zeitlich eh nicht so das Problem. Ein eigenes Gerät zur direkten Stimmabgabe ist eine gute Idee. Fingerabdruck usw. würden mit Sicherheit abgelehnt hat, ist aber auch nicht nötig, da ja jeder Mensch eine Stimme hat und die Identiät der Stimme nicht erfasst wird. Ein eigenes Gerät wäre jedoch super weil man das Ergebnis-Ausrechnen somit automatisch machen könnte und man sich das mühsame Lesen und Ausrechnen sparen würde. Danke für den Tipp!


Veto mit 1/3-Mehrheit reicht

  • Eine 2/3-Mehrheit würde glaube ich nicht dem Sinn eines Vetos entsprechen. Ein Drittel Zustimmung sollte reichen. Damit wird der Antrag nur aufs nächste Mal verschoben. Es mag nun eingewandt werden, dass das undemokratisch ist, aber ich halte das für tragbar, da Abwesende dadurch die Gelegenheit erhalten, sich beim nächsten Mal einzubringen und die Abstimmung so insgesamt demokratischer wird. Ein Veto sollte meiner Meinung nach nie 2x eingebracht werden können.
  • Antwort von Ernesto: Ich finde ein Veto sollte schon öfter eingebracht werde dürfen weilja nicht ausgeschlossen ist das der Veto-Diskussionsprozess unter gegebenen Umständen immer konstruktiv läuft bzw. kann esimmer zu neuen Informationen kommen die das alte Veto untermauern würden. Es gab die Überlegung welches Stimmmungsbild ein Veto braucht. Bedenke dass es nach dem Veto noch einen Diksussionsprozess über das Veto gibt. Wenn es nicht gelingt die 2/3-Mehrheit von der Richtigkeit des Vetos zu überzeugen finde ich das Veto ... naja ... eigentlich ist es schon ziemlich viel wenn eine 1/3-Mehrheit dem Veto zustimmt. Ich geb dir schon recht - über den notwenigen Grad der Veto-Zustimmung muss man noch analysieren.

Einsatz von Internet

  • weil beim letzten Vernetzungsplenum von der TU Graz die Variante mit der Entscheidungsfindung durch die einzelnen Plenar der Unis vorgestellt wurde: Man könnte das SK-Prinzip ja auch zeitgleich an versch. Orten anwenden: während im Vernetzungsplenum der Stimmzettel/das Touchpad durchgegeben wird kann dies parallel auch an den anderen Unis erfolgen. Das Ergebnis wird dann per elluminate oder Skype, etc. durchgegeben und vor Ort addiert. Man muss dann halt darauf vertrauen, dass kein Plenum das missbraucht...
  • Problem hierbei bleibt allerdings, dass sich noch immer viele gegen internet aussprechen. Wäre vorübergehend ein veto mit 1/3 nicht die bessere Lösung? (kangsam wirds hier unübersichtlich, welcher post sich auf welchen bezieht)
  • Antwort von Jemanden: die abstimmung in den einzelnen plenas würde dort ja auch per analoger zählung stattfinden - nur die übergabe der ergebnisse übers web. das vetorecht wird davon gar nicht ausgeschlossen. es geht bei meinem vorschlag nur darum, dass die abstimmung basisdemokratisch an mehreren orten und daher mit mehr personen ablaufen könnte...
  • Antwort von Ernesto: die 1/3 Veto-Mehrheit hat als Internet-Ersatz keine Verbindung in meinen Augen. Entgegen der Unübersichtlichkeit hab ich Überschriften eingefügt. Bitte einfach weiterstrukturieren. Zum Internet-Einsatz: Bin ich grundsätzlich sehr aufgeschlossen und erwartungsvoll, jedoch sind viel Hürden zu überwinden. Etwa das Vertrauen der Menschen für die verwendete Technologie zu gewinnen.
  • Beim Internet wäre es doch eine Idee das jeder so etwas wie einen PIN - Code kriegt mit dem er einmal wählen darf/kann. Bei der Bankomatkarte funktioniert es ja auch. Und jedem Studenten könnte bei Vorweisen von Studentenausweis ein Login/PIN gegeben werden mit dem er von zu Hause "Wählen" kann.
  • Antwort von der tug: das Problem sehe ich darin, dass wir transparezt und Anonymität oberste Priorität einräumen müssen und das ganze am besten durch Personen abgestimmt werden soll, die nichts installieren oder spezielles zum abstimmungswesen wissen müssen. die Vergabe von Pins an eine Person ist vom Aufwand abgesehen zwingend mit der einrichtung einer personendatenbank verbunden (sonst kann sich jeder mehrere Pins holen) - und das ist völlig undenkbar. ich bin jetzt kein it-Experte aber behaupte dass ein online Stimmrecht sehr schwer umzusetzen wird. man kann mit Cookies und so schon erreichen, dass jeder pc nur einmal Voten kann aber das kann man umgehen. wenn man jede ip nur 1x stimmen lässt dann kann eine uni als ganzes nur 1x stimmen, weil bei uns zb jeder pc über den gleichen sever drinnenhängt... man müsste da eine Expertenmeinung einholen, aber ich befürchte ein anonymes onlinevoting system wo jeder nur eine stimme abgeben kann ohne besonderen Aufwand ist nicht möglich...
  • Ernesto: Die Lösung in diesem Fall ist denkbar einfach und doch schwierig umsetzbar. Man brächte nur grundsätzlich jedem Interessierten einen Username und Passwort geben. Indem man nun Benutzergruppen anlegt wo es z.Bsp: "Bestätigte User" gibt, wo eben Admins und andere bestätigte User einen Account als real und solidarisch identifiziert haben, bekommt man eine Menge an echt beteiligten Personen. Nun kann man nach dem Login die Wahl zulassen. Zusätzlich könnte man die anyonyme Wahl per Internet zulassen wo jedoch nur das Ergebniss als Stimmungsbild visualisiert wird und keine direkte Entscheidung abgeleitet wird jedoch sich die Entscheidung der Wähler dadurch beeinflussen kann (und darf). Würde man nun wirklich jedem User einen Account einrichten dann wäre es gut wenn alle anderen Intrenet-Services daran gebunden wären. Automatisch auch Zugang als Wiki-User, als Forums-User, man bekommt eine Email-Adresse im stil user@unsereuni.at usw.

Das wäre cool! Erfordert aber einiges an Arbeit für die IT AG.

Punktesystem

Plädoyer für Widerstandspunkte statt Befürwortungspunkte

  • Ich (Georg) war beim Systemischen-Konsensieren-Vorstellungsvortrag dabei, und ich kann mich noch erinnern, dass der Vortragende ausdrücklich meinte, dass die Gewichtung von Zustimmung nicht wirklich etwas an der Qualität der Entscheidungen ändert. Weil eben überhaupt nicht abgefragt wird, wie groß und wie heftig der eventuelle Widerstand gegen einzelne Vorschläge ist. Ich kann verstehen, dass ihr euch für das jetzige Punktesystem entschieden habt, weil das schon ein ziemlicher Paradigmenwechsel ist, nur (bzw. vor allem) Einwände abzufragen, und weil ihr dafür sorgen wollt, dass die Plena in dem Punkt relativ reibungslos ablaufen. Und gleichzeitig... Also in meiner Sichtweise entfernt man damit, überspitzt gesagt, das Herz der Methode. You take the juice out it. Ich glaube das lohnt sich echt, die Zeit zu investieren, diesen Paradigmenwechsel zu erklären und verständlich zu machen, weil sich sonst an der frustgenerierenden Wirkung von Mehrheitsentscheidungen relativ wenig ändert. Und man könnte ja zum Beispiel vor jedem Plenum nen 15-min-Vortrag für absolut Uninformierte machen, bzw. den Vortrag bei 3 Plena machen und dann bei den nächsten danach fragen, wem noch nicht klar ist, wieso bei Entscheidungen nur die Einwände abgefragt werden, und dann entweder den Vortrag halten oder die Leute holen sich die Info dann in Tuschelrunden. Oder einen ausführlichen Vortrag auf unsereuni.tv stellen, oder was auch immer, ich vermute, dass es da noch mehr Möglichkeiten gibt, das ausreichend zu vermitteln.
  • Antwort von Ernesto: Ich finde den Einwand sehr berechtigt und bin froh dass es inhaltlich langsam zur Sache geht. Wie du sagst ist das einzige Argument, nicht Widerstandspunkte zu verwenden, der notwendige Erklärungsbedarf (Paradigmenwechsel). Ich habe bisher auch nur mit Widerstandspunkten gearbeitet aber... Schon in kleinen Gruppen zu 10 Leuten gab es trotz ausführlicher Erklärung und Rückfragen ob es wohl klar sei, trotzdem immer und immer wieder Leute die erst nach der Bewertung drauf kommen dass sie alles falsch verstanden haben. Ja! Eine ausführliche Plenums-Einleitung und -Erklärung würde sowieso nicht schaden, schon um dem Respekt vor dem Plenum genüge zu tun. Doch ob wir es schaffen das inverse Prinzip zur Ja-Abstimmung verständlich zu machen ... das wage ich leider zu bezweifeln!

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