Werlhof-Debatte

Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon michi » Mi Apr 21, 2010 2:23 pm

Gast hat geschrieben:ad. fakten:
Werlhof hat sich das alles ja nicht aus den Fingern gesaugt, sondern andere Quellen als dem Mainstream entsprechen verwendet, ausserdem hats sie es ja "nur" als eine Möglichkeit formuliert...
Ich denke es ist darum gegangen, Möglichkeiten von Technik in den Raum zu stellen, die gegenwärtig nicht (breit) diskutiert werden.


dann soll sie bitte ihre quellen nennen - nur so ist eine ernsthafte diskussion möglich bzw. überhaupt erst erkennbar, ob es sich bei ihrem gesagten wirklich um eine erarbeitete these handelt oder mehr oder weniger ad hoc formulierter, reiner spekulation. ich bin ja mittlerweile auch der meinung, dass sie einfach provozieren wollte um einen diskurs anzustoßen - nur ging das halt leider komplett in die hose, was definitiv an der form ihrer aussage liegt.

Gast hat geschrieben:Kurzes Beispiel hierzu:
Als die Cern-Maschine bei Genf vor über einem Jahr das erste Mal an den Start ging, gabs meines Wissens nach einen einzigen Physiker, der aufgrund einer "anderen Interpretation" von Einsteins-Theorien ein immenses Gefahrenpotential hinter dem Cern-Experminet sah (Stichwort: Schwarze Löcher)... Dadurch kams zu einer über die Natwi hinausgehenden Diskussion über Cern, die ein einziger in der Öffentlichkeit (und primär von Seiten des Grossteils der NATWI) als "Spinner" bezeichneter Menscht untermauert hat .... Cern hat dann gestartet und es gab tatsächlich Probleme, Teile der Maschine wurden zerstört und erst über ein Jahr später ist Cern mit wesentlich weniger Leistung erneut gestartet.... Damals wurde eben auch gedacht, dass Cern ungefährlich sei und dass alle die das Gegenteil sagen, verrückt seien.... dass es dann Probleme innerhalb von Cern selbst gegeben hat, ist für mich ein Beweis, dass eben nicht schon alles klar ist und dass diverse Natwi-Institute nicht schon auf alles eine Antwort haben, sondern dass es durchaus Bereiche gibt, die unerforscht sind bzw. die nur von einer bestimmten Seite her erforscht werden...


sei mir nicht böse, aber du hast offensichtlich keine ahnung wo die probleme bei der inbetriebnahme von cern lagen und wieso es jetzt nur auf halber energie gefahren wird und sprichts davon, dass das ein beweis für dich ist, dass "...eben nicht alles klar ist". der störfall nach inbetriebnahme geschah auf grund einer fehlerhaften schweißnaht bei den supraleitenden magneten. das hat nichts, aber auch wirklich gar nichts mit der potentiellen gefahr von schwarzen löchern bei der kollision von protonen zu tun. das sind zwei komplett verschiedene paar schuhe und wenn du willst kann ichs dir genauer erklären (per e-mail z.b.), an dieser stelle hats eigentlich nichts zu suchen

Gast hat geschrieben:Es muss eben auch über die Natwi und deren Grenzen diskutiert werden und auch über die Interessen, die die Natwi vertritt bzw. nicht vertritt und welche Geldgeber hinter den jeweiligen Projekten stehen... da sind die unterschiedlichen Projekte eben nicht mehr "neutral", sondern spezifischen Interessen verpflichtet und bekanntlich dreht sich in unserer Welt alles ums Geld....


da gebe ich dir recht und das sehe ich auch als physikstudent so - die natwi braucht die geisteswissenschaften unbedingt! forschung sollte immer ethische fragen berücksichtigen und auch muss kritisch hinterfragt werden. nur sollte das in einer form geschehen, die wissenschaftliche fakten berücksichtig und nicht durch unkenntnis elementarer prozesse passiert - gerade das beispiel cern war von dir sehr gut gewählt. was da passiert ist höchst komplex und laien schwer verständlich zu machen. da etwas nicht zu verstehen ist keine schande, aber wenn kritik auf basis dieser unwissenheit zu formuliert wird (wie du es z.b. getan hast) kann ich nur meinen kopf schütteln.
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Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Gast » Do Apr 22, 2010 8:27 am

..ein Quelle wird vermutlich: "Rosalie Bertells Buch "Planet Earth - The Latest Weapon of War" sein (und für eine These bzw. die Verbindung unterschiedlicher Fakten (wie die Existenz von Haarp und das Erdbeben auf Haiti) muss wohl keine Quelle genannt werden)... und nochmals, es wurde ja als Möglichkeit angeführt und nicht als Faktum....

...da hast du natürlich recht, ich bin nicht gerade ein Natwi-Spezialist... aber auch als Nicht-Naturwissenschaftler nehme ich mir heraus Natwi-Experimenten kritisch gegenüberstehen (du wirst dich ja auch über Politik oder Geschichte äussern) und da stehe ich prinzipiell dem Cern-Experiment sehr kritisch gegenüber, da im Zuge dieses Experiments mit Dingen experimentiert wird, die meines Wissens nach sehr gefährlich sein können... wie gesagt, es gibt ja den Ansatz der "schwarzen Löcher", der von einem Naturwissenschafltler formuliert wurde...

ABer jetzt trotzdem meine Frage als Interessierter: Warum fährt Cern jetzt auf halber Kraft und warum ist diese Schweissnaht gerissen? Warum ein Jahr Pause? Ist Cern doch gefährlicher als offiziell bekannt? Wenn es kein Gefahrenpotential gäbe, dann wohl keine gerissene Naht oder kein Jahr Pause?

bezüglich Cern-Kritik:
Mir gehts tatsächlich nicht darum im Konkreten zu kritisieren, weil ich das nicht kann... aber was eben wichtig ist, ist eine herrschende Meinung über etwas zu hinterfragen, zu fragen welche Interessen dahinterstehen, zu fragen was nicht im "Mainstream" diskutiert wird... z.B.: Cern ist ja eine vedammt mächtige Institution und mächtige Institituion haben verdammt viel Geld, mit dem sie andere beeinflussen können (z.B.: durch Finanzierung universitärer Forschung, durch Schaltungen in Zeitungen, diverse Internetauftritte oder schlicht auch Korruption) und da wirds dann interessant, weil eine objektive Herangehensweise an ein Thema eben nicht mehr so leicht möglich ist...
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Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon michi » Do Apr 22, 2010 9:56 am

Gast hat geschrieben:..ein Quelle wird vermutlich: "Rosalie Bertells Buch "Planet Earth - The Latest Weapon of War" sein (und für eine These bzw. die Verbindung unterschiedlicher Fakten (wie die Existenz von Haarp und das Erdbeben auf Haiti) muss wohl keine Quelle genannt werden)... und nochmals, es wurde ja als Möglichkeit angeführt und nicht als Faktum....


doch - gerade wie sie darauf kommt, dass haarp am erdbeben auf haiti schuld sein könnte (also wie für sie diese möglichkeit gegeben ist) ist meiner meinung nach der springende punkt - das schöne an naturwissenschaften ist, dass sie quantifzierbar ist - wenn sie diese möglichkeit in den raum stellt, dann möchte ich zahlen und daten sehen, einfach so behaupten kann man viel.

Gast hat geschrieben:...da hast du natürlich recht, ich bin nicht gerade ein Natwi-Spezialist... aber auch als Nicht-Naturwissenschaftler nehme ich mir heraus Natwi-Experimenten kritisch gegenüberstehen (du wirst dich ja auch über Politik oder Geschichte äussern)...


natürlich mache ich das - ich habe mich ja auch an den bildungsprotesten und der besetzung beteiligt. nur wenn ich mich äußere, versuche ich mich so gut wie möglich (also soweit ich das als "fachfremder" beurteilen kann) an fakten zu halten bzw. verschiedene meinung einzuholen und mir dann eine meinung zu bilden. ich werde mich z.b. davor hüten die finanzkrise im detail ernsthaft zu beurteilen, weil ich die zugrundeliegenden mechnanismen nicht verstehe. was ich aber sagen kann ist, dass der kapitalismus ziemlich scheiße dasteht und auf grund der aktuellen entwicklungen ganz klar ein umdenken stattfinden muss.

Gast hat geschrieben:ABer jetzt trotzdem meine Frage als Interessierter: Warum fährt Cern jetzt auf halber Kraft und warum ist diese Schweissnaht gerissen? Warum ein Jahr Pause? Ist Cern doch gefährlicher als offiziell bekannt? Wenn es kein Gefahrenpotential gäbe, dann wohl keine gerissene Naht oder kein Jahr Pause?


nochmals - die fehlstelle und das "gefahrenpotential" haben nichts miteinander zu tun! du spekulierst schon wieder wüst in der gegend herum, indem du dinge in verbindung bringst die nichts miteinander zu tun haben!

physikalisch/technisch: die fehlstelle entstand auf grund "schlampiger" arbeit - diese fehlerhafte verbindung zwischen den magneten führte dazu, dass diese hier nicht mehr supraleitfähig waren und der elektrische widerstand zu groß wurde - durch diesen vergrößerten widerstand entstand enorme hitze, die naht riss, eine bogenentladung zerstörte das umliegende kühlsystem und das austretende kühlmittel (6 tonnen helium) riss einige meter magneten aus ihrer verankerung. das jahr pause brauchte es dann um diese stelle zu reparieren, tests durchzuführen und die ganze maschine erstmal wieder betriebsbereit zu machen (ja, das dauert wirklich so lange - stichwort vakuum erzeugen und so...)

der grund wieso jetzt auf halber energie gefahren wird, hängt damit zusammen - man will zuerst genügend daten auf halber energie sammeln und anschließend besagte verbindungen bzw. das magnetensystem an sich nachzurüsten - warum? damit nicht noch einmal dasselbe wie 2008 passiert - höhere energie bei der teilchenkollision führt zu stärkeren magnetfeldern die die teilchen auf bahn halten. daraus resultiert wiederum ein größerer strombedarf - mehr strom birgt wiederum die gefahr, dass eine (eventull fehlerhafte) verbindung zerstört wird.

eine anschaulich analogie dazu zu finden ist jetzt gar nicht so einfach, weils halt im alltag nichts vergleichbares gibt, aber ich versuchs so:

wenn das cern ein handy ist, dann könnte man über die potentielle gefahr der handystrahlung für den menschlichen körper sprechen (strahlung <-> schwarze löcher). wenn das handy jetzt explodiert, weil im werk ein fehlerhafter akku verbaut worden ist, dann hat das aber dann wirklich gar nichts mit der evenutellen gefahr der handystrahlung zu tun (kaputter akku <-> kaputte verdinung).

Gast hat geschrieben:bezüglich Cern-Kritik:
Mir gehts tatsächlich nicht darum im Konkreten zu kritisieren, weil ich das nicht kann... aber was eben wichtig ist, ist eine herrschende Meinung über etwas zu hinterfragen, zu fragen welche Interessen dahinterstehen, zu fragen was nicht im "Mainstream" diskutiert wird... z.B.: Cern ist ja eine vedammt mächtige Institution und mächtige Institituion haben verdammt viel Geld, mit dem sie andere beeinflussen können (z.B.: durch Finanzierung universitärer Forschung, durch Schaltungen in Zeitungen, diverse Internetauftritte oder schlicht auch Korruption) und da wirds dann interessant, weil eine objektive Herangehensweise an ein Thema eben nicht mehr so leicht möglich ist...


klare sache - überall wo in der forschung viel geld im spiel ist, sollte hinterfragt werden was die zugrundeliegende agenda ist. aber das kann man in dieser form ansprechen! wenn du diese punkte am cern problematisch findest oder dich fragst inwiefern das ganze wirklich ungefährlich ist, dann sprich sie auch so an. der grund wieso die wehrholf für ihre aussagen so verlacht worden ist, hat ja auch damit zu tun - wenn sie die außenpolitik der usa, haarp und den zugrundliegenden informationsfluss problematisch findet, dann ist das völlig legitim (da gabs sogar mal eine anhörung im eu parlament soweit ich weiß) - wenn sie aber haarp in verbindung mit dem erdbeben bringt, dann gehen bei (natur-)wissenschaftlern die lichter aus und sie werden nicht mehr an einer ernsthaften diskussion interssiert sein, weil diese verbindung (siehe bzw. höre z.b. den fm4-link den ich oben angegeben habe) zwar vielleicht denkbar, praktisch aber schon gar nicht möglich ist.
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Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Gast » Do Apr 22, 2010 11:19 am

Mir geht es primär um die Wichtigkeit, dass zu der Cern oder Haarp Thematik schlicht nicht alle Infos "verfügbar" sein werden (schon alleine aufgrund einer Konkurrenzsituation verschiedener Technologie-Institute wird nicht alles öffentlich bekannt sein) und da wirds dann eben notwendig "kritisch" ranzugehen... lange Zeit galt ja die Atomkraft auch als "sicher"... Leute die vor Tschernobyl auf "Atom" als Problem hingewiesen haben, wurde "Terrorismus" unterstellt bzw. die Anti-Akw Bewegung wurde (wird) massiv bekämpft.... leider hab ich auch keine genaue Ahnung, was nun Cern oder Haarp konkret machen (das werden wahrscheinl. maximal die führenden Köpfe dort wissen), aber genau an dem Punkt gilt es anzusetzen und nicht blind einem Technikfetischismus zu folgen, der das Verderben der Menschheit sein könnte (Beispiel Atom)...

Noch kurz was anderes:
Die wahrlich "grossen Verschwörungstheorien" wurden ja nicht von potentiellen KritikerInnen konstruiert, sondern von "Grossmächten" (Beginn Irak - Krieg durch die USA, Beginn 2. Weltkrieg durch die Nazis, oder auch die Verheimlichung des Gebrechens in Tschernobyl durch die Sowjet-Regierung...) und genau aus diesem Grund muss wohl auch doppelte Vorsicht geboten sein, was gesagt wird bzw. was viell. nicht gesagt wird...
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Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Gast » Fr Apr 23, 2010 4:11 pm

...habe eben Werlhof in einem Ö1 Interview gehört. Dort spricht sie über ihre Haiti-These, über Haarp und ihre Theorie...

Infos: http://laos.orf.at/programm/228871
weitere Infos unter: http://fipaz.at/aktuelles/
Gast
 

Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Moritz Hackl » So Apr 25, 2010 1:53 am

Bezüglich der CERN-Sache gabs mal in der SZ einen guten Artikel:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/568/309504/text/

Was die Atomkraft betrifft:
Ich denke, Forschung im Bereich der Atomkraft ist wichtig, aber naturwissenschaftliche Erkenntnisse können gefährlich sein, wenn sie zur Profitmaximierung verwendet werden. Das betrifft jetzt nicht nur Unternehmen, sondern auch sozialistische Staaten, bevor mir wer vorwirft, ich würde den Ostblock da aus der Kritik ausnehmen. Die Technik wird allein kaum das Verderben der Menschheit sein - genauso wie Waffen keine Menschen töten, sondern Menschen. Die Technik gehört zur Entwicklung des Menschen, im positiven wie im negativen.
Als Beispiel möchte ich die Tiroler Wasserkraftwerke anführen: Sicher ist es im gesamten nur positiv, wenn durch Wasserkraft (Speicherkraftwerke und Laufkraftwerke) Strom erzeugt und vertrieben wird, der nicht durch gefährliche Atomkraftwerke oder umweltschädigende Kohlekraftwerke erzeugt wird. Wenn allerdings, wie es bei der TIWAG der Fall ist, nach Profitlogik gehandelt wird, dann wird die eigentlich fortschrittliche Technologie (oder nicht?) rückschrittlich eingesetzt: Der Spitzenstrom aus Tirol wird exportiert, stattdessen wird Grundstrom importiert, der z.T. von Atomkraftwerken kommt (was der Endkunde nicht erfährt), mit dem Ziel der Profitmaximierung wird der Standort ausgebaut und mehr und mehr Täler werden unnötig zugebaut und womöglich noch über die Grenzen verkauft und zurückgeleast oder was weiss ich was.
Das sind auch durchaus politikwissenschaftliche Fragen, die man wissenschaftlich behandeln könnte, und mit physikalischen Grundkenntnissen zurechtkäme.
Ich glaube, es braucht mehr Naturwissenschaftler, die interdisziplinär-fortschrittlich denken. Nur mithilfe naturwissenschaftlicher Kenntnisse (und Ansehen in wissenschaftlichen Kreisen) kann man auf die Gefahren militärisch verwendeter Technologien richtig hinweisen, so wie es Einstein während der Entwicklung der Atombombe getan hat. So würde auch die Gefahr minimiert, Pseudowissenschaften und Verschwörungstheorien auf den Leim zu gehen (egal ob diese von imperialistischen Mächten, politischen Gruppen oder sonstwem ausgehen). Spekulieren und Hysterie schüren bringt nichts, kritische Beobachtung Überprüfung sehr wohl.

Und Martin: Entschuldige bitte, wie ich die Diskussion anfangs angegangen bin. Wie schon gesagt, ging es mir eigentlich nicht um Frau Werlhof und euer Institut (ich red euch da nix drein..), sondern um die Linke, besonders die kommunistische Linke. Ich finde es aber interessant, wie sich die Diskussion jetzt weiterentwickelt hat, wo einige im Kreis führende Punkte nicht weiter diskutiert wurden.
Was mich interessieren würde: Hab ich das richtig verstanden, dass ihr die "moderne Technik" als existenzbedrohend für den Planeten grundsätzlich ablehnt? Und wenn ja, wie kommt die Zuteilung Mann-Technik und Frau-Natur?
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Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Moritz Hackl » So Apr 25, 2010 2:45 am

PS: Noch was bezüglich der Quelle der HAARP-Haiti-Theorie, dem Buch von Rosalie Bertell - habe mir mal aus Interesse ihre Homepage (http://www.rosaliebertell.net/) angesehen, weil ich von ihr davor nie etwas gehört habe, und möchte zu bedenken geben, dass zumindest auf der Homepage ihre Argumentation teils stark moralisch-religiös geprägt ist. Da kann man Geschichten von Moses lesen, über Gut und Böse, Mord an Ungeborenen wegen einer nicht funktionierenden Gesellschaft (wobei Bertell keine Abtreibungsgegnerin, sondern sehr wohl eine Verfechterin der Frauenrechte ist), etc. etc... Nicht, dass sie jetzt automatisch eine Rechte wäre oder sonstwas, aber ich würde schon empfehlen, ihr Buch wenn dann mit Vorsicht zu lesen, auch wenn die Argumentation dort weniger moralisierend sein sollte. Andere Quellen dazu wären interessant, auch wenn eine naturwissenschaftliche wohl kaum zu bekommen ist^^
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Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Gast » So Apr 25, 2010 7:38 pm

Lieber Moritz,

ad. deine Diskussionführung:
...finde deine Entschuldigung einen guten Zug!

ad. Bertell
Wenn du Bertell als christlich kritisierst, dann geht deine Kritik dahingehend in die Hose, dass du gleichfalls die "Süddeutsche" zitierst, die ja auch alles andere als "kommunistisch" ist und in dieser Logik ja gleichfalls als "liberal" zu kritisieren wäre... ! Und noch was, Bertell ist ja als Biometrikerin eine Naturwissenschafterin und dass sie Christin ist, ändert ja wohl nichts an ihren Forschungsergebnissen!? (Auch die Befreiungstheologie und andere kluge Menschen sind christlich und das kann ja wohl nicht an sich schon ein Problem bzw. ein Kritikpunkt sein...?!)

ad. Cern
...finde den Artikel in der SZ spannend - auch dort wird von KritikerInnen als "Verschörungstheoretikern" gesprochen... und auch wird davon geschrieben, dass die Angst vor den SChwarzen Löchern in Cern ja unbegründet sei, aber dass es diese Löcher dort auch gibt. (... also wird sogar zugegeben, dass Schwarze Löchern bei Cern entstehen, aber dass diese laut Cern, ja ungefährlich seien!?... ) - Nestle wird auch sagen, dass deren Babynahrung keine Todesopfer in Afrika fordert und die Akw-Industrie, wird auch nicht auf die Probleme des Atommülls u.a. bei dessen Endlagerung verweisen... !?
Ich finde einfach den Technikfetischismus der da bezüglich Cern und anderen Projekten verbreitet wird problematisch... wie gesagt am Beispiel der AKWs (bzw. des Atoms) ist ja erkenntlich, dass eben nicht bekannt ist, wie gefährlich die jeweilige Technik ist ... bzw. dass in nicht wenigen Fällen sogar die Gefahr bekannt ist und schlicht auf die Gefährlichkeit "geschissen" wird...

ad. "moderne Technik"
Ich denke es geht darum, dass nicht erst die Anwendung der Technik ein Problem darstellt, sondern dass die Frage gestellt werden muss, ob gewissen Techniken nicht "an sich" schon ein Problem darstellen. Technik ist demnach eben nicht als "hl. kUh" zu sehen, die unschuldig ist, sondern die Diskussion muss eben weiter gehen und gewisse Techniken müssen "an sich" schon kritisiert werden... (In diesem Sinn gilt es beispielsweise nicht die Frage danach zu stellen, ob es nun gut ist, ob die Fabrik von ArbeiterInnen übernommen wird, sondern ob nicht schon die Existenz von Fabriken ein Problem ist... damit meine ich die Frage, ob eine "gute Fabrik" überhaupt "möglich" ist, oder ob das Fabrikswesen (bzw. die fordistische Fabriktechnik) nicht "an sich" schon absolut unmenschlich ist... wer arbeitet denn schon gerne in Fabriken!?)

Ja, genau, "moderne Technik" ist existenzbedrohend für den Planeten und damit auch für uns Menschen (Bsp. Klimawandel und die Überschwemmung diverser Inseln, Wasserknappheit etc.) und in diesem Sinn MUSS Technik auch kritisiert werden... Technik per se lehne ich natürlich nicht ab. Menschen haben immer Techniken verwendet, um zu überleben... die Frage muss vielmehr dahingehend gestellt werden, was das nun für Techniken sind und ob durch diese die Möglichkeit besteht alles Leben auf Erden zu vernichten.... (Literatur zu Technikkritik: Otto Ullrich: Technik und Herrschaft, Renate Genth: Maschinisierung und Mimesis oder auch Mumfords: "Mythos der Maschine")

ad. "Fortschrittsdenken"
Genauso wie mit der Technik verhält es sich meines Erachtens mit dem so genannten Fortschritt... der Begriff hat sich wohl schon selbst denunziert... aktuell ist Fortschritt, ein Fortschreiten des Neoliberalismus, der Globalisierung... Fortschritt ist "Reform der Unis", Fortschritt ist "Bologna"... in dieser Logik ist ja die Studibewegung eine ganz "unfortschrittliche Bewegung" (das meine ich keinesfalls abwertend!), da sie sich ja genau gegen den Fortschritt der Zerstörung der Unis stellt... ebenso die Antiglobalisierungsbewegung, diese richtet sich ja gleichfalls gegen das Fortschreiten der Globalisierung etc....
Damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass das "Alte" immer das gute sein muss - nur dass die Verwendung des "Fortschrittsbegriffs" schon problematisch ist, da Fortschritt gegenwärtig die Ausbreitung und Erweiterung des Kapitalismus ist.... was wäre dann Rückschritt oder Nichtfortschritt?

ad. Mann/Frau - Technikverhältnis:
Dass Männer eher in Richtung Technik gehen und Frauen nicht, wird (historisch-materialistisch) damit begründet, dass es das Potential der Frauen ist Kinder bekommen zu können und dass dies Männer nicht können! Dadurch haben Männer gattungsgeschichtlich betrachtet seit je her einfach mehr Zeit und mehr Möglichkeiten sich mit anderen Dingen zu beschäftigen... (Literatur zu dieser Frage: Maria Mies: Patriarchat und Kapital)
Aktuell zeigt sich das ja u. a. dadurch, dass es ja grossteils Männer sind die "getunte" Autos fahren, oder dass es einfach vermehrt Männer sind, die in technischen Berufen arbeiten...
Natürlich soll das jetzt nicht bedeuten, dass das Frauen nicht auch können bzw. sogar besser können als Männer... aber es gibt eben eine grundsätzliche Tendenz und diese kann ja nicht wegargumentiert werden, sondern muss vielmehr erklärt werden... und natürlich spielen da auch immer diverser Geschlechterklischees eine wichtige Rolle, die es zu Hinterfragen und zu kritisieren gilt!

Frau als Natur?
Hausfrauenarbeit, das Gebären, die Kindererziehung etc., wird ja zum Grossteil von Frauen verrichtet. Innerhalb des Kapitalismus bleibt deren Tätigkeit im Gegensatz zur bezahlten Lohnarbeit unbezahlt und erscheint als "Gratisarbeit"... genauso gratis wie die Tätigkeit von Hausfrauen für den Kapitalismus erscheint, verhält es sich mit "natürlichen Ressourcen" (NATUR) - auch diese erscheinen für den Kapitalismus als "gratis" ... die Tätigkeiten von Frauen sind genauso gratis, wie "Natur"....
Gast
 

Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Gast » Di Mai 11, 2010 7:15 pm

Gerade habe ich einen Artikel zu Haarp gefunden - recht interessant, er wurde vor v. Werlhofs Aussagen verfasst und sie dürfte diesen auch nicht gekannt haben, da sie ihn noch nie zitiert hat.

http://www.at.indymedia.org/node/18214
Gast
 

Re: Werlhof-Debatte

Beitragvon Gast » Do Mai 13, 2010 8:15 am

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