Uni brennt!: Jetzt auch in Berlin!
Seit fast zwei Wochen protestieren Österreichs Studierende entschlossen gegen schlechte Studienbedingungen. Dass dieser Protest international ist und auch dem deutschen Bildungssystem gilt, haben gestern Abend, 02.November, Berliner AktivistInnen betont, indem sie im ganzen Stadtgebiet verteilt Soli-Aktionen initiierten.
Eigentlich sollten die Aktionen um 16:00 Uhr an der Ecke Wienerstr./Skalitzerstr. in Berlin-Kreuzberg beginnen. Das sehr hohe Polizeiaufgebot und Drohungen seitens der Einsatzkräfte die Versammlung aufzulösen veranlassten die AktivistInnen zu kurzfristigen Planänderungen.
Kurzerhand wurde zum Innsbrucker Platz im Bezirk Schöneberg mobilisiert, wo sich kurz vor 17:00 Uhr trotz widriger Startbedingungen – miserables Wetter, kurzfristig geänderter Ort und Uhrzeit, Mobilisierungszeit von nicht einmal 48 Stunden – ca. dreißig entschlossene und gut gelaunte Menschen, begleitet von einem FM4-Reporter, versammelten. (Bericht von Robert Glashüttner, FM4: http://fm4.orf.at/stories/1631019/)
Als erste Aktion wurde symbolisch und an einem Strang ziehend das Straßenschild „Innsbrucker Platz“ in „Innsbrucker Uni brennt!“ umbenannt. Auch das große U-Bahn-Leuchtschild durfte sich über eine Umbenennung freuen. Anschließend postierte sich eine in großen Teilen weiß gekleidete Menschenkette circa fünfmal auf einer nahegelegenen Straße, um auch einige AutofahrerInnen lautstark über die aktuelle Bildungsmisere zu informieren. Im U-Bahnhof Innsbrucker Platz angekommen fand das erste von vielen „Gelöbnissen“ statt.
Die „Armee der gleichgeschalteten StudentInnen“ gelobte feierlich u.a.: -„immer pünktlich meine Gebühren zu zahlen“, „dem Arbeitsmarkt so schnell wie möglich zur Verfügung zu stehen“ oder auch: „nur auf meinen persönlichen Erfolg zu achten“ sowie „keine Fragen zu stellen“.
Auf dem Weg zur Salzburger Straße, wo ebenfalls die Straßen- und U-Bahnschilder umdekoriert wurden und später auch zur Wiener Straße wurden diese Gelöbnisse in der U-Bahn mehrfach wiederholt. Immer wieder wurden auch Sprüche skandiert wie „Innsbruck, Salzburg oder Wien. Die Uni brennt auch in Berlin!“ oder „Bildung für alle und zwar umsonst!“ Zusätzlich wurde auch „Jagd auf die Creditpoints“(symbolisiert von einem großen roten Gummiball) gemacht, ohne dabei auf die anderen JägerInnen zu achten.
Auf dem Weg zur Wiener Straße gab es in der U1 neben den Gelöbnissen auch kurze improvisierte Redebeiträge um die Mitfahrenden zu informieren. Für beides gab es z.T. großen Zuspruch und offene Sympathie der Fahrgäste. Bestens gelaunt wurde die Aktion mit der letzten symbolischen Umbenennung an der Wiener Straße in Kreuzberg beendet.
Alles in allem: Eine super Aktion, für alle Beteiligten sehr motivierend und ein guter Startschuss für den Berliner Protest-Herbst!
(Bilder © Robert Glashüttner, ORF FM4 und #unibrennt)









03.11.2009 um %H:%M
Auch wenn es eine super Aktoin ist, finde ich, dass der bundesweite Aktionstag wieder als Feature angezeigt werden sollte- es ist immerhin nicht mehr lang+das hat sicher mobilisierenden Faktor.
03.11.2009 um %H:%M
Weiter so! Das Problem ist europäisch! Wir müssen europäisch kämpfen. Drück uns allen die Daumen, dass tatsächlich etwas bewegt wird.
04.11.2009 um %H:%M
DANKE! Ich freu mich über die Solidarität, die wir hier in Wien aus Berlin und anderen deutschen Städten bekommen! – Das Problem ist international!
04.11.2009 um %H:%M
our pleasure
06.11.2009 um %H:%M
Großartiges Engagement! Mein Lob!