Lou Hefner
Als ich von der Besetzung des Auditoriums Maximum, kurz Audimax, der Universität Wien als Protest gegen den Bildungsabbau hörte, fühlte ich mich sofort solidarisch, weil direkt betroffen. Der Bologna-Prozess, die Umstellung auf das Bachelor/Master-System betrifft mich als Diplomstudentin der Politikwissenschaften direkt und ich verspürte eine gewisse Euphorie bezüglich dieser Aktion als gemeinsames Zeichen der betroffenen Studierenden.
Seit Freitag verbrachte ich viel Zeit im Audimax, veröffentlichte und kommentierte die Ergebnisse der Plena via Twitter und Facebook, engagierte mich in der Presse AG, rief Freunde und Bekannte auf, sich an den Studentenprotesten zu beteiligen — und verspürte dennoch einen gewissen Unmut bezüglich mancher Züge, die diese Besetzung annahm. Als universitätsübergreifender Streik der Basis, der am Mittwoch von der Akademie der Bildenden Künste ausging, wurde anfangs jede parteipolitische Initiative verneint, die Aktion im Rahmen ihres weiteren Verlaufs jedoch von einer zum Linksradikalismus tendierenden Art vereinnahmt, die sogar zum Ausschluss einzelner studentischer Gruppierungen ohne vorherige Anhörung geführt hat. Auch weist die allerorts hochgelobte Basisdemokratie ihre Tücken auf: so wurde der gesellschaftsreformierende wie systemzerstörende Charakter der Bewegung beispielsweise nie zur Abstimmung gebracht. Auch wenn ich den revolutionären Gedanken per se schätze, ist der Umsturz des politischen Systems im Moment eine zu große Aufgabe für die Besetzer. Auf Grund der Vielfalt der im Audimax vorhandenen Meinungen schlage ich vor, sich auf das Wesentliche und den Initiativ-Gedanken zu konzentrieren — insbesondere, da darüber einzig Einigkeit herrscht: Mehr Geld für Bildung!
Neben der Tendenz zur Links-Linken und dem totalen Ausschluss nicht konformen Gedankenguts gefährdet die Diskriminierung einer weiteren Gruppe den Erfolg des Protests: Männer. Die unter Ausschluss männlicher Partizipation gegründete Arbeitsgruppe “Frauen und Anti-Sexismus”, deren Forderungen nach feministischem Raum und einer 50%igen Frauen-Quote offiziell angeblich von allen protestierenden Studenten getragen werden, setzt sich seit Tagen über die basisdemokratische Vorgehensweise und den anti-diskriminierenden Charakter der Bewegung im Audimax hinweg und vereinnahmt die bildungspolitische Sache für ihre eigenen Zwecke. Mit überdimensionalen Plakaten stürmte die Frauen-Gruppe bei einer Plenumseröffnung das Podium, verdeckte die Tagesordnung und überhängte das Martin Luther King Graffiti zum Bildungsprotest anschließend ohne die Zustimmung der Anwesenden einzuholen. Als Frauenbund ist diese Arbeitsgruppe und ihre in einer Stellungnahme http://at.indymedia.org/node/16046 enthaltenen Forderungen selbst sexistisch und diskriminierend.
Anti-Sexismus und Feminismus sind wichtig, dürfen aber nicht auf ausschließende, eine Gleichstellung verhindernde Art und Weise, wie beispielsweise durch eine 50%ige Frauen-Quote in allen universitären Bereichen wie in den Forderungen der Besetzung enthalten, herbeigeführt werden. Ich spreche mich an dieser Stelle auch dezidiert gegen die Veranstaltung von Frauen Plena, wo Männer Zutritts- aber kein Rede-Recht haben sollen, aus: Ich als Frau verzichte auf eine eigene Veranstaltung. Ich möchte mein Rede-Recht im allgemeinen Plenum wie meine männlichen Kommilitonen. Ich will mich nicht ausschließen, um meiner Stimme Gehör und Gewicht zu verschaffen. Ich finde eine rein weibliche Perspektive einseitig und möchte zu jeder Thematik auch eine männliche Meinung hören, um anschließend eine möglichst geschlechtsneutrale Betrachtungsweise anzustreben.
Anti-sexistische und feministische Bestrebungen, die Männer ausschließen, sind diskriminierend und sexistisch!
Solange dieser Protest solchen Forderungen Raum gibt, muss ich meine Unterstützung versagen, obwohl es mir das Herz bricht. Ich möchte daher zu folgender Überlegung anregen: die Forderung nach mindestens 50% Frauen in allen universitären Bereichen auf eine Art “Geschlechter-Quote” abzuändern und ihr damit den diskriminierenden Charakter zu nehmen.
Im Hinblick auf den Erfolg des Protestes fordere ich hiermit außerdem dringend zur De-Radikalisierung auf: Das sich abzeichnende, für die Breite dieser Bewegung schädliche Ausschluss-Prinzip wird zu einem Problem, das Kritiker auch für das politische Scheitern der 68er verantwortlich sehen: Der deutsche Historiker und Publizist Paul Nolte begründet deren Erfolglosigkeit daran, dass sich “ihre Ziele als irrational, romantisch, oft sogar antidemokratisch entpuppt haben.” Damit sind aber nicht alle gemeint “Die Rede ist von dem Kern der Bewegung, der freilich wohl nicht mehr als einige Zehntausend umfasste. Sie folgten einer fatalen Neigung zum “totalen” Denken, das keine Relativierung zuließ; sie hingen den krudesten Varianten des Marxismus an und hielten, man muss es leider so klar sagen, die parlamentarische Demokratie für abschaffenswürdig. Bestenfalls kann man, auch in historischer Einordnung, von einer abermaligen Renaissance deutscher politischer Romantik sprechen.” (http://lesesaal.faz.net/wehler/exp_forum_comment.php?rid=15&tid=86 <http://lesesaal.faz.net/wehler/exp_forum_comment.php?rid=15&tid=86>.)
Ich wünsche mir daher, sich auf den Kern und Anfang dieses Protests, den Streik gegen den Bildungsabbau zu besinnen, damit ich und andere diese Revolution wieder guten Gewissens mittragen können.
ES IST UNSERE UNI!
Lg,
Lou Hefner









28.10.2009 um %H:%M
zwei daumen hoch, seh ich auch so. schön zu wissen, dass andere menschen auch mal weiter als links/rechts denken. bildungsabbau stoppen! vorerst mal…
28.10.2009 um %H:%M
gut gesagt.
Jetzt steht die Bildung im Zentrum
28.10.2009 um %H:%M
Sehr gut. Back to the roots!
28.10.2009 um %H:%M
Kann ich unterschreiben!
28.10.2009 um %H:%M
Hervorragender Beitrag.
Dieses auf den Zug aufspringen diverser interessensvertretungen führt zu nichts, als zur – im wahrsten Sinne des Wortes – zerfledderung der gemeinsamen Energie, ohne die etwas bewegendes nicht möglich ist. Und dazu braucht es leider auch einen oder mehrere FührerInnen, welche als direkte Ansprechpartner fungieren können. Ich mag die Die Presse nicht besonders, aber, auch wenns weh tut, dieser Kommentar trifft ins Schwarze:
http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/517703/index.do?direct=516801&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=500
28.10.2009 um %H:%M
unterschreibe ich voll und ganz!
Wollte gestern bei einer von ihnen etwas klarstellen weil ich mich falsch verstanden fühlte und wurde dann als “nicht bekehrbar” eingestuft als ob ich ein ungläubiger wäre oder sonstwas. bitte das kanns doch nicht sein??
28.10.2009 um %H:%M
Danke für diesen, längst überfälligen, Beitrag Lou. Kehren wir der Radikalisierung den Rücken und konzentrieren uns auf den Kern unserer Sache.
28.10.2009 um %H:%M
Da kann ich nur voll und ganz zustimmen!!
Gibt es schon eine arbeitsgruppe?
28.10.2009 um %H:%M
Absolut richtig! FULL ACK!
28.10.2009 um %H:%M
Kann ich nur voll und ganz unterschreiben! Die Radikalisierung führt zu vielen Problemen:
* die Bewegung als ganzes kann in ein schlechtes Licht und extremes Eck gerückt werden -> Verlust von Glaubwürdigkeit in Gesellschaft und Politik
* die Radikalisierung spaltet uns selbst – umso extremer die Standpunkte und umso mehr Standpunkte, umso weniger können sich mit allem identifizieren -> wir verlieren notwendige UnterstützerInnen
ES IST UNSERE UNI – konzentrieren wir uns auf einige wenige Hauptforderungen und schaden wir nicht der Sache!
28.10.2009 um %H:%M
natürlich müssen die interessen von frauen gewahrt werden und sexismus darf keinen platz auf der uni haben, aber manchmal scheint mir als ob die ag sexismus für sexismus, wenn auch mit anderem vorzeichen, kämpft. niemand käme auf die idee eigene männerräume einzurichten…
28.10.2009 um %H:%M
Kann lou nur voll und ganz zustimmen. Ich hoffe, das wird bei einem der nächsten Plena TO-Punkt sein und offen diskutiert werden, wobei ich befürchte, dass viele aus Angst vor vermeintlicher politischer Unkorrektheit stumm bleiben werden.
28.10.2009 um %H:%M
Unterschreibe ich ausdrücklich! Es muss in dieser Sache ein Miteinander geben – manche Tendenzen und Entwicklungen gehen leider derzeit in eine Richtung, die erst recht gegen alle Prinzipien laufen, die diese unsere Bewegung selbst propagiert:
1. Gleichberechtigung wird nicht dadurch erreicht, dass man die jahrhundertelange Unterdrückung nun aufwiegt, bis ein Gleichgewicht hergestellt ist – sie geschieht per definition nur in der gleichen Behandlung aller Menschen egal welches Geschlechts, welcher Religion, welcher politischen Orientierung und welcher Meinung.
2. Ich bin dir dankbar, dass du die undemokratischen Tendenzen dieser basisdemokratischen Bewegung angesprochen hast – es kann nicht sein, sich als direkt demokratische Bewegung zu verstehen und dann umgekehrt Diskussionen, die den eigenen Horizont brechen oder übersteigen, im Keim zu ersticken. Das ist die Methodik einer Diktatur, keiner Demokratie.
3. sollte das Ideal im Mittelpunkt stehen – nicht ein Sammelsurium an Forderungen. Jedem/r hier ist hoffentlich klar, dass die wenigsten bis gar keine der Forderungen erfüllt werden können – sie sollen das auch gar nicht, weil der Bewegung nichts schlimmeres passieren könnte, als die eigenen Ideale verhandelbar zu machen. Was diese gesamte Bewegung leisten kann, ist Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung, kein Umbruch und keine Revolution. Ich glaube, die letzten Jahrhunderte sollten uns gezeigt haben, dass solche nur von unten und in demokratischen Prozessen geschehen können.
28.10.2009 um %H:%M
danke, einfach nur danke!
ich verfolge das leider alles nur aus der ferne; aber bitte stell sich doch jemand beim nächsten plenum hin und verlese diesen artikel, idealerweise die autorin selbst.
28.10.2009 um %H:%M
Ich wiederhole als Zeichen der Zustimmung einfach mal einen von mir an anderer Stelle schon einmal geschriebenen Beitrag:
Diese Vereinnahmung der Protestbewegung durch bestimmte politische, z.T. recht fundamentalistische Gruppen ist genau der Grund, warum Studierende mit diesbezüglich anderen Überzeugungen, die aber dennoch hinter den grundsätzlichen Forderungen der Besetzung stehen, von einer Beteiligung abgeschreckt werden oder gleich ins “Studieren statt blockieren”-Lager wechseln.
Ich beurteile Menschen nicht nach ihrem Geschlecht, bin kein Marxist und lehne den Kapitalismus nicht grundsätzlich ab. Offenbar disqualifiziert mich das für eine Mitarbeit.
Es wird doch immer darauf hingewiesen, daß der Protest angeblich nicht von bestimmten Parteien oder Gruppen ausgehe, sondern von ALLEN Studierenden. Die Realität sieht aber leider anders aus. Ich muß als Mann ja mittlerweile schon befürchten, mit meiner Teilnahme die angestrebte 50%-Frauenquote zu unterminieren. Also bleibe ich lieber gleich daheim.
Der Protest wäre glaubwürdiger, wenn sich seine Forderungen und Streitkultur an rein realpolitischen, universitären Belangen orientieren würde und nicht an bestimmten Ideologien und Utopien, die nun mal nicht von allen Studierenden geteilt werden. Erst dann könnte wirklich die breite Masse der Studierenden erreicht und das Image der “saufenden, rauchenden Hippie-Besetzer” abgeschüttelt werden.
Ich stehe hinter der Besetzung, auch wenn ich nicht alle Forderungen teile. Und ich habe vergangenen Donnerstag meine Vorlesungen komplett sausen lassen, um mich im Audimax zu beteiligen. Weil mir das wichtig war und ist. Aber ich möchte für UNSERE UNI kämpfen und nicht dazu gezwungen sein, dies nur mit den Inhalten oder der Sprache bestimmter Ideologien tun zu dürfen, die ich ablehne.
28.10.2009 um %H:%M
Ich schließ mich an, auch wenn ich’s etwas weiter fasse:
http://tomk32.de/2009/10/28/woran-diese-besetzung-scheitern-kann-und-wie-man-sie-retten-kann
28.10.2009 um %H:%M
Vollste Zustimmung!
Die Vereinnahmung dieser “Revolution” gegen die aktuelle Uni-Zustände durch diverse Gruppierungen und die gleichzeitige Ausgrenzung von “Andersdenkenden” bietet Kritikern eine große Angriffsfläche.
Wenn eine Unterstützung auf breiter Basis gefordert wird, dann sollte nicht immer wieder betont werden “wir Linke” (wie es unlängst mehrmals geschah), da sich dadurch viele andere ausgeschlossen fühlen, die sich nicht unbedingt als links sehen.
Diese Voreingenommenheit und Beanspruchung eines Themas für eine politische Richtung beinhaltet leider sehr wenig von (Basis)Demokratie, wie ursprünglich eigentlich gefordert!
28.10.2009 um %H:%M
Als Mann fühle ich mich weder von der Frauen und Anti-Sexismus AG noch vom Pelnum in irgendeiner Art und Weise diskriminiert.
Männer haben Jahrtausende lang Frauen unterdrückt. Wir Männer sind nun verpflichtet den Frauen den Raum zu geben um sich selbständig, aber trotzdem mit unsere Unterstützung (nein, das schließt sich eben nicht aus) zu emanzipieren.
28.10.2009 um %H:%M
Irgendwie fehlt mir das Verständnis an diesem Hapening, denn etwas anderes scheint es nicht zu sein. Aber man muss ja ohnehin nichts dafür bezahlen, das machen sowieso die dummen Steuerzahler. Danke für so eine “gebildete” Elite.
28.10.2009 um %H:%M
Ich stimme dem Beitrag voll und ganz zu!
Ich habe auch Angst davor, dass die ganze Energie der Bewegung letztendlich in inneren Konflikten verpufft.
Also bitte Konzentration aufs Wesentliche!
Mehr Geld für Bildung!
Mehr Bildung für eine mündige, kritische Gesellschaft!
28.10.2009 um %H:%M
Vielen vielen dank fuer diesen laengst ueberfaelligen Beitrag der mir wieder Mut macht, dass der Drift den ich zeitweise beobachtet habe nicht widerstandslos hingenommen wird und die abstimnung darueber dann mit den Fuessen stattfindet.
28.10.2009 um %H:%M
die beste Geschlechterquote ist – gar keine. Jede noch so hohe vorgeschriebene Frauenquote ist ein weiterer Hinweis auf die noch immer vorhandene Diskrimierung der Frau. Wenn keine Quoten mehr notwendig sind, ist das hingegen ein Hinweis auf eine vollständige, selbstverständliche Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen des täglichen Lebens.
28.10.2009 um %H:%M
Bravo dafür.
BITTE im nächsten Plenum verlesen!!
28.10.2009 um %H:%M
da bin ich ganz der gleichen meinung! frauenrechte sind eine ganzwichtige sache und für mich(als mann) selbstverständlich.
diese radikalisierung punkto links links führt zu einer abspaltung, viele werden dadurch nur abgeschreckt, was dem gemeinsamen ziel “eine bessere bildungspolitik” nur schadet. diese politisierung wird leider auch durch die diskussionsleiter am podium betrieben, diese sollten ein neutrales bild behalten.
vorallem sollte eine diskussion / besetztung auf demokrtaischer basis für die meinungen aller offen sein, selbst für die der größten volldeppen! meinungseinschränkung hat einen bitteren nachgeschmack und widerspricht eigentlich dem was wir alle uns wünschen!
all diese allzuradikalen parolen erschweren die mobilisierung einer breiten masse!
daher bin ich für eine konzentration unserer kräfte auf unser kernziel und verzetteln wir uns nicht. sonst wird es am ende heißen: themenverfehlung! 5 bitte setzen.
28.10.2009 um %H:%M
den beitrag von lou find ich sehr wichtig!
ist gut, das – von einer frau geschrieben – gelesen zu haben.
die radikalisierung und vereinahmung betreffend möchte ich noch anmerken, dass trotz der notwendigen konzentration auf die gemeinsamen und realisierbaren ziele, sich das plenum auch der prinzipien und der einander bedingenden probleme der demokratie bewusster werden sollte. einerseits sind alle sich enagierenden interressengemeinschaften unverzichtbar, andererseits wäre es schade wenn diese das plenum für ihre eigenen zwecke verdinglichen.
womöglich braucht es ein_e kompetente, unabhängige und dem plenum verantwortliche vertretung der forderung, welche uns alle studieren lässt, nämlich der anspruch auf freie bildung, gegenüber den verantwortlichen – ohne dabei, z. b. für die kaum wirksame protestform des vandalismus, zur rechenschaft gezogen werden zu können.
28.10.2009 um %H:%M
SO einen scheiß hab ich schon lange nicht mehr gelesen!
Reaktionärer gehts wohl kaum. Bitte such dir eine andere Beschäftigung.
28.10.2009 um %H:%M
Lou, ich stimme dir voll und ganz zu. Vielen Dank auch für die historische Perspektive. In einem würde ich dir aber widersprech: zieh dich jetzt nicht zurück aus dem Protest! Geh ins Audimax, geh zu jedem Plenum, bau dir Netzwerke auf, verändere die Bewegung und halte sie dadurch am Leben. Überlass diese großartige Sache nicht einem sich manifestierendem Kern. Genug Unterstützung hast du offensichtlich.
Mensch muss handeln!
Solidarische Grüße & viel Energie!
28.10.2009 um %H:%M
radikalisierung? warst du von anfang an dabei ?
NEIN – also erzähl doch bitte keine Märchen. Dier Leute, die das besetzt hatten, wollten von anfang an keine Sexisten – das einige blöde Macker das nicht wahrhaben können ist auch verständlich. das du als Frau jedoch auch derartigen Müll schreibst ist schon überaschend.
Frauensolidarität!!
Für die AG Antisexismus und antisexistische Praxis bei den Besetzungen.
28.10.2009 um %H:%M
ad LOU: das meinst du doch nicht ernst,oder ?
bist du nach dem extrem sexisten und playboygründer hafner benannt.
kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass du als frau das gut findest.
für mich hörst du dich eher wie ein sexistischer macker an, der sich als frau ausgibt.
wie wärs wenn du aufs plenum kommst, anstatt dich in deiner anonymität zu verstecken?
lg,m.g
28.10.2009 um %H:%M
Unterstütze dies voll und ganz.
Wie wäre es mal wirklich das biologische Geschlecht von Menschen aus vor zu lassen und zusammen als Studierende etwas zu erreichen. Ausgrenzen hilft niemanden egal warum.
28.10.2009 um %H:%M
@ Carla
Ich bin mehr für Gleichberechtigung. Antisexismus und Feminismus wie er im Audimax vorherrscht ist eine umkehrende Diskriminierung, weiter nichts.
28.10.2009 um %H:%M
Sehr gut auf den Punkt gebracht! Das sind genau die Gründe wegen derer ich auch Schwierigkeiten damit habe, den Protest weiter zu tragen, auch an anderen Unis. Ich sehe nicht ein dass da einfach Anti-Kapitalistische Plakate aufgehängt werden, wenn es ohnehin schon Beschwerden der Studenten gegeben hat, dass die Veranstaltung zu links-links wird; abgesehen davon dass ich auch glaube, dass gewisse sog. feministischen Forderungen mehr spalten als nützen. Zumindest ich will keinen Posten, bei dem ich mir dann vorhalten lassen muss, ich sei die Quoten-Tante, die bessere Leute allein aufgrund ihres Geschlechts ausgestochen hat.
28.10.2009 um %H:%M
@Carla
also dürfen sich nur mehr die einbringen, die von der ersten Sekunde an dabei waren?
alle die es wagen hier kritik zu üben als sexistische macker abzuurteilen ist auch unglaublich produktiv. niemand hier stellt den antisexistischen grundkonsens in frage, lediglich die vorgangsweise in manchen punkten wird kritisiert. ich war in den letzten tagen ständig im audimax (AG Presse) und diese kritik wird von frauen und männern vorgebracht und zwar immer deutlicher.
aber ich kam auch erst am zweiten tag dazu also darf ich deiner meinung nach ja auch nichts sagen…
28.10.2009 um %H:%M
JA!!! dazu
NEIN!!! zum BILDUNGSABBAU
28.10.2009 um %H:%M
Uncool!
Oder wie sagt man das in eurem Sprachjargon? Schämt ihr euch nicht, auf Kosten der Steuerzahler die Unis noch mehr zu verschmutzen? Abends den Ring zu blockieren – und noch mehr Kosten dadurch entstehen zu lassen.
Pfui, ihr seit keine Jugend- ihr seit “besetzende” Nichtsnutze, die nur darauf aus sind, keine zahlentechnischen Argumente abzugeben. Österreich geht mit euch unter! Hoffe ihr seit stolz drauf!
28.10.2009 um %H:%M
einen guten text dazu gibts auf indymedia:
Ja, wir Männer sind Sexisten
gepostet am 28. Oktober 2009 – 3:46 von sag ich als Mann
Dies wird mir klar, wenn ich mir die Kommentare unter den Beiträgen durchlese, in denen sexistisches Verhalten und Übergriffe innerhalb der Protestbewegung an den Unis kritisiert wird (zum Beispiel hier und hier). Da kann ich nur sagen: Offenbar hat allein das Mann-Sein-Wollen zur Folge, dass sexistisches Handeln den Alltag bestimmt.
Warum? Ganz einfach: Ich hab die AG Frauen reden gehört und bin mir kein einziges “wie ein Sexualverbrecher behandelt vorgekommen”. Dass ein Mann eine derartige Aussage bringt, hängt wohl damit zusammen, dass er Probleme damit hat, dass sexistisches Verhalten kritisiert wird. Wenn ich sexualisierte Gewalt ausübe – und das machen viele Männer! – dann verhalte ich mich möglicherweise der gesellschaftlichen Norm entsprechend, die eben dieses Verhalten nahe legt. Dieses Verhalten ist klar abzulehnen; warum das so ist werde ich hier nicht ausführen, obwohl ich mir sicher bin, dass sich einige diese Frage stellen werden. Denkt doch selber darüber nach! Wenn ihr es nicht schafft, dahinter zu kommen, dann habt ihr entweder nicht ausreichend nachgedacht; oder ihr habt kein Problem mit diesem Verhalten? Eine Unterstellung? Sicher: Ich unterstelle allen Männern, dass sie es sich zu bequem machen, denn es ist oft einfach über eine “blöde Meldung” hinwegzusehen. Er wird es schon nicht so gemeint haben. Und wenn es dann zu einem Übergriff kommt? Ja sicher, wenn so viele Leute beisammen sind, dann sind schon 10 Idioten dabei. Was frag ich da? Warum sind das plötzlich “Idioten”? Und warum wird sexualisierte Gewalt über die Aussage, dies sei nur die Handlung von “Idioten”, verharmlost?
Jetzt könnte argumentiert werden, dass es sich hier nur um ein paar Kommentare handelt, die vielleicht auch von denen verfasst wurden, auf die oft gerade von Verfassern sexistischer Kommentare mit den Fingern gezeigt wird (“ein paar Idioten”, Anm.). Doch stellt sich mir die Frage: Wenn es tatsächlich nur zwei Hand voll von “denen” wären, warum werden dann FrauenLesbenTrans** tagtäglich mit Übergriffen konfrontiert? Da passt doch was nicht zusammen, oder? Dieser Sexismus ist tief und fest in den gesellschaftlichen Strukturen verankert. Er muss immer und überall bekämpft werden. Eine Rednerin im Plenum hat klar und deutlich gesagt, dass es Aufgabe in allen Arbeitsgruppen, Workshops, Plena usw. sein muss, sich mit Sexismus – und weiteren Diskriminierungsformen – auseinander zu setzen. Mit dem Ziel, Sexismus keinen Raum zu geben. Wenn nun Männer Angst bekommen, dass sie ob ihres Verhaltens ausgeschlossen werden könnten, dann wird dies wohl damit zu begründen sein, dass sie genau wissen, dass sie selbst – und bewusst? – sexistisches Verhalten praktizieren.
So wird argumentiert: “Bei >1000 Leute hat man mindestens 10 Idioten dabei, das ist einfach so, und die werden von den anderen nicht unterstuetzt oder sonstwas, aber die sind dort, aber sie repraesentieren nicht die Gesinnung der anderen.” Mir geht es bei dieser Kritik nicht vordergründig um die Frage, wer jene unterstützt, die sexualisierte Gewalt ausüben. Ich will eine andere Frage stellen: Warum wird die Kritik von FrauenLesbenTrans** nicht ernst genommen und diese in ihren Bemühungen um antisexistische Räume von allen Seiten unterstützt? Warum erregt gerade diese Forderung immer so viel Angst bei – vor allem – vielen Männern? Warum wird immer wieder versucht, sexualisierte Gewalt zu verharmlosen und als Tat von ein paar “Idioten”, die nicht dazugehören, darzustellen? Steckt da System dahinter? Oder bringt es antisexistischer Kampf einfach mit sich, immer wieder mit plumpen Sexismen auseinander setzen zu müssen? Frauenräume braucht es mindestens solange, solange Gleichberechtigung nicht auf allen Ebenen hergestellt wird – auf dem Papier und in der Praxis! Männer reden ohnehin viel zu viel, da macht es nichts, wenn sie das eine oder andere mal nicht dabei sind. Das ist eher gut so. Es geht hier absolut nicht darum, dass “man die gleich Mal grundsätzlich und von vorneherein als Sexisten beschimpft und ausschließt”.
Es sind meist Männer, die durch ihr Beharren an sexistischen Strukturen all jene ausschließen, die nicht in das Bild des Mannes passen. Als Mann hab ich schon allein den Vorteil, dass ich nicht ausgeschlossen werden – zumindest solange ich mich entsprechend verhalte. Doch genau dieses Verhalten sollte endlich beendet werden. Die Welt braucht keine Männer, die um ihre Rolle zu erfüllen, den Macho raus hängen lassen. Die Welt braucht keine Männer, die um ihre Rolle zu erfüllen, versteckt sexistisch sind. Braucht die Welt überhaupt Männer? Was ist schon die Welt? Und wie wäre sie, wenn es die Trennung in zwei Geschlechter nicht mehr gäbe? Sich dies einmal vorzustellen, kann nicht schaden. Es in die Realität umzusetzen, ist sicher nicht einfach. Doch das sollte uns nicht daran hindern, es zu tun…
28.10.2009 um %H:%M
guter kommentar,melina.
sexisten keinen raum geben!
28.10.2009 um %H:%M
an die zwei quakenden gänse carla und marta:
antisexismus: ja
radikalisierung und thematischer missbrauch der demonstration: NEIN!!!
28.10.2009 um %H:%M
Ohne den Text, den melina gepostet hat zu bewerten, aber es ist extrem unhöflich imo den kompletten (!) Text hier in die Kommentare zu stecken… Noch dazu, da Deine einleitenden Worte sind “Einen guten Text dazu gibt es auf indymedia” (sic).
Ein Link hätte da gereicht, denke hier kennen alle copy&paste in Adresszeile.
28.10.2009 um %H:%M
“Und wie wäre sie, wenn es die Trennung in zwei Geschlechter nicht mehr gäbe?”
aha, in der FrauenAG haben Männer kein Mitspracherecht, Frauenlesben für UNSERE uni schließt viele andere aus. DAS ist auch Sexismus und Diskriminierung! Ich weiß echt nicht in welcher Welt ihr lebt, nehmt die eigenen Prinzipien bitte selbst auch ernst
28.10.2009 um %H:%M
as I already said
vollste zustimmung!
28.10.2009 um %H:%M
Danke!
Der Beitrag spricht mir aus der Seele. War selber vor Ort und war etwas geschockt von der linken Vereinnamung des Protestes. Als ich gestern beim Plenum dann auch noch “das ist ein linker Raum” hörte war es einfach zu viel. Es ist ein humaner Raum, weit weg von links und rechts. Auch der Ausschlußcharakter einiger Gruppen finde ich nicht gut. Jeder soll reden können, bei dummen Einstellungen bzw. Kommentaren kann man sie ja ausbuhen, aber von vornherein rauswerfen? Schaut so Demokratie aus? In meinen Augen zumindest nicht!
Wir dürfen uns nicht von politischen Gruppen vereinnamen lassen. Und vor allem sollten wir hauptsächlich für die Uni und die freie Bildung kämpfen. Es ist nunmal kein Kampf der Linken, der Rechten, der Feministinnen oder der Lesben. Es ist unser Kampf für eine bessere Uni.
Und ich bitte Leute die im Plenum sitzen dies auch mal zur Sprache zu bringen, ich kann heute leider nicht anwesend sein.
mfg
Ein etwas deprimierter Student
28.10.2009 um %H:%M
ich verstehe einfach nicht warum hier so einem sexistischem unnötigem scheiss eine plattform geboten wird. also meine solidarität hat diese Protestbewegung verloren.
28.10.2009 um %H:%M
@Lame_Duck
und für lou hefner hätte es nicht gereicht einfach ein c+p von seiner/ihrer myspace seite
http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=9319193&blogId=516161014 reinzustelllen. sie/er darf den ganzen schwachsinnigen text auf der offiziellen unibrennt seite posten??
wer anderer soll aber darunter keinen vollständigen text posten dürfen?
schräg…
28.10.2009 um %H:%M
volle zustimmung für den brief!
@ carla und marta: offensichtlich seid ihr nicht bereit von euren forderungen in ihrer radikalität abzurücken. ihr seid der meinung dass andere sich euren ideen zu unterwerfen haben. jede kritik daran interpretiert ihr als ablehnung von anti-sexismus als gesamtes und in der folge als nicht mit der demo/besetzung/protestbewegung vereinbar.
die ziele dieser bewegung sind im forderungskatalog genannt. jede person die diesem zustimmt sollte imho auch eingeladen sein diese unterstützung zu zeigen, sei es durch anwesenheit im audimax oder durch beteiligung hier im forum.
wer meint das dem nicht so ist begeht meiner meinung nach verrat an der bewegung, denn in diesem fall würden partikularinteressen über das gemeinsame ziel des plenums gestellt.
28.10.2009 um %H:%M
Radikal heißt: die Probleme an der Wurzel packen.
Einen Raum zu besetzen, der einem nicht gehört ist: radikal.
Basisdemokratische Entscheidungsformen und Gleichberechtigung zu entwickeln ist: radikal.
Politgruppen können ganz schön nerven, aber die Welt hört nicht bei den Toren des Audimax auf…
Kämpft wie ihr es für richtig haltet, aber auch: Seid bereit, eure eigenen politischen und sozialen Perspektiven zu erweitern und zu hinterfragen!
Oder habt ihr bisweilen für möglich gehalten Teil so einer Bewegung zu werden, ehe es nicht geschehen ist?
28.10.2009 um %H:%M
ad lou: ich kann nicht verstehen, wie du als frau so was schreiben kannst.
bittere enttäuschung….
28.10.2009 um %H:%M
Finde ich ausgezeichnet formuliert. Sollte so ausgehängt werden.
Die Sexismus Debatte verwässert die eigentlichen Forderungen.
(Bin allerdings auch dafür dass sich die Leute die öffentlich auftreten allgemein Anstand zeigen. Das hat aber nix mit Sexismus zu tun sondern mit gutem benehmen.)
28.10.2009 um %H:%M
Ja , sehr zutreffend.
28.10.2009 um %H:%M
was hat denn eine frauenquote mit gleichberechtigung zu tun? derartige dinge schaffen ja erst wieder eine trennung zwischen mann und frau. wann lernen die feministinnen endlich alle als “menschen” zu sehn?
und was das thema im audimax verloren hat weiss ich auch nicht, hier sollte es wirklich nur um bildung/ausbildung gehen.
sehr schöner beitrag von lou übrigens, weiter so.
28.10.2009 um %H:%M
@thomas: es geht hier nicht um dürfen/können/sollen. Ich habe lediglich angemerkt, dass ich es unhöflch finde. Von mir aus kann jeder die Kommentare zukleben, wie er will, einzig die Übersicht leidet darunter und macht die Kommunikation schwerer.
Und konkret, auf der einen Seite handelt es sich um einen (eindeutig deklariert als) offenen Brief von lou an die Bewegung, der es von der AG Presse (oder wer das macht) für wert befunden wurde als Artikel hier eingestellt zu werden. Das andere ist ein Verweis auf einen Text, der bereits auf indy eingestellt ist, im Kommentarbereich. Es hindert niemand irgendwen, Texte direkt an die unibrennt.at zu senden, oder? Die Veröffentlichung liegt nicht beim Verfasser.
28.10.2009 um %H:%M
ach ja, ich fordere 50% männeranteil. aber wen kümmerts eigentlich? jeder der reden will soll reden, egal ob mann oder frau.
28.10.2009 um %H:%M
@joe
Ich gebe dir Recht. Auch wenn dein Beitrag für mich mit mehr Mitleid bedacht ist.
Männer sollten uns/Frauen schon unterstützen…mehr geht es wahrscheinlich darum, dass sie sich uns nicht in den Weg stellen und uns weiter unterdrücken.
Frauen sollten sich trauen und sich hinter leeren Beschwerden, Forderungen,… verstecken.
Wer wirklich was zu sagen hat, wer wirklich was machen will, wer wirklich was bewirken will, soll es sagen, soll es machen und soll sich trauen….
Das schwache Geschlecht soll wenigstens psychisch/charakterlich/… stärker werden!
28.10.2009 um %H:%M
Was hat Feminismus und Anti-Sexismus mit der Bildungsmisere zu tun? Was hat Anti-Faschismus im Protest gegen Bildungsmisere zu suchen? Alles wichtige Themen aber wenn sie sich hier an #unibrennt heften ist es nur Ballast.
28.10.2009 um %H:%M
@Andi: das thema hat hier etwas verloren. es soll sich etwas ändern auch und insbesondere im umgang mit der problematik das frauen in unserem ausbildunssystem auf vielen ebenen diskriminiert werden.
es soll nur nicht einzelne oder zentrale forderung sein, oder gar ein ausschlussgrund für menschen die nicht ganz so weit gehen wollen in ihren forderungen wie zb marta und carla.
28.10.2009 um %H:%M
Ich find’s besonders schön, dass endlich mal angesprochen wurde, dass Sexismus beide Geschlechter betreffen kann! Gender sollte endlich auf beide Geschlechter ausgeweitet werden, und zwar in den Köpfen aller Menschen!
Daumen hoch!
Super!
28.10.2009 um %H:%M
/sign
Völlige Zustimmung!
28.10.2009 um %H:%M
Habt ihr auch eine Email von der ÖH bekommen, wo zur Demonstration aufgerufen wird um dann lang und breit über “Sexismen”, “Heterosexismen” etc. bei Audimax-Besetzern und zu schwadronieren. Es sei “in den letzen Tagen immer wieder zu sexuellen Übergriffen und Vorfällen gegen Frauen gekommen”. Deshalb würde es bei der Demo einen FrauenLesben usw. Block geben. Also diese Massenmail der ÖH ist wirklich grotesk und die von uns allen Mitfinanzierte ÖH macht sich zum Sprachrohr einer mini Sekte. Das ist eigentlich ungeheuerlich, da damit die Ziele der Demonstration und Besetzung unterlaufen werden.
28.10.2009 um %H:%M
Jeder bei Verstand ist ein Antisexist.
Es geht doch nur darum, dass dieser Protest diesen Inhalt nicht primär hat, weder deshalb eine Dynamik entwickelte, noch deshalb Erfolg haben wird.
Es geht um Bildung.
Und es tut mir furchtbar leid, aber dieses verbissene, äußerst egoistische aufdrängen auf die Bühne der Bildung von seiten der radikalen (Frauenbewegung, Marxisten, etc. ) macht euch nicht unbedingt sympathischer und eure Position wird – die Inhaltlich ja nicht schlecht sein muss – wird damit sicherlich auch nicht gestärkt.
28.10.2009 um %H:%M
wenn ich einige postings hier lese, kommt mir echt das kotzen. ich werde mich aus der besetzung zurückziehen, wenn der sexismus und die tendenz nach rechts weiter so zunimmt. die besetzung war von anfang an geprägt von linken, alternative,antisexistischen, progressiven usw…menschen. jetzt wird aber übers internet von rechten und sexisten immer mehr gegen die besetztung gehetzt. einige kommen sogar zur besetzung, aber der großteils von postings wie deinem lou spielt sich im internet ab..trotzdem vermiest das die stimmung und die motivation weiterzuarbeiten, wie die letzten 6 tage sehr.
vielleicht bin ich ein bisschen zu agressiv in meiner tonlage, aber ich habe die letzten tage sehr,sehr wenig geschlafen + wenn ich solche postings lese, muss ich mich fragen FÜR WAS ich da eigentlich meine energie hineigesteckt habe, 6 tage fast ununterbrochen durchgearbeitet habe? enttäuscht.
28.10.2009 um %H:%M
ich kann mich dieser kritik keineswegs anschließen.
die menschen, die an den aktionen rund um die besetzung des audimax beteiligt sind haben sehr unterschiedliche hintergründe. es ist begrüßenswert, dass diese hintergründe eingebracht werden – seien es feministische, linsradikale, antifaschistische, queere oder andere politische hintergründe. die kritik an der verweigerung, rechtsextremen burschenschaften eine bühne zu bieten und an der schaffung von frauenfreiräumen finde ich inhaltlich nicht nachvollziehbar. außerdem hätte sie im plenum eingebracht werden können – wurden sie ja auch, sie wurden diskutiert und beschlüsse gefasst. this is what democracy looks like!
28.10.2009 um %H:%M
100% zustimmung mit Lou Hefner!
beruhigt mich, dass noch mehr leute so denken und sich gedanken über richtung und auswüchse des protests machen. vielleicht kann man auch einmal sowas im plenum diskutieren oder in einer AG bearbeiten?
28.10.2009 um %H:%M
@maria
Ja, ebenfalls erhalten und ein wesentlicher Grund warum ich nicht bei der Demo mitgehen werde. Schade.
28.10.2009 um %H:%M
@willi: ich hatte das selbe “problem” an meiner FH. es gab eine eigene “frauenbewegung” die sich offen gegen die diskriminierung der frau an der FH ausgesprochen hat, sowie gegen die “vorurteile” usw…
fakt ist: es gab nie diskriminierung, jeder student, jeder professor hat alle gleich behandelt. mir ist während der gesamten studienzeit nichts gegenteiliges aufgefallen. die meisten frauen haben sogar selbst zugegeben dass diese frauenbewegung schwachsinn ist und dass es nichts zu beanstanden gibt.
und gegen die vorurteile wurden “kaffeekränzchen” organisiert. ahja. klischees wurden also nicht von der welt geschafft, sondern weiter verfolgt.
ebenso gab es dann plötzlich einen “frauen-mailverteiler”. warum? wozu?
ein paar wochen später wurde er ohnehin wieder abgeschafft.
28.10.2009 um %H:%M
Oh vielen Dank für diesen Beitrag der mir aus der Seele spricht.. Von Anfang an habe Ich beobachten können wie verschiedenste Gruppierungen diese Bewegung für sich zu instrumentalisieren zu versuchen..
28.10.2009 um %H:%M
Interessanter Brief, der eine/n nachdenklich macht! Auch wenn es manchen offenbar schwerfällt einzusehen, dass radikalfeministische Ansätze eben nicht der Gleichberechtigung dienen sondern männerbenachteiligend sind – und das dies eben auch etlichen Frauen missfällt.
28.10.2009 um %H:%M
@mario:
nur weil man die vorgehensweise kritisiert ist man nicht gleich rechter oder sexist?
demokratie heißt auch auf andere durchaus gut gemeinte vorschläge vielleicht zu reagieren und seine interessen nicht über alle anderen stellen
28.10.2009 um %H:%M
ach ja, und “links” ist auch nicht besser als “rechts”, genauso wie ich “alternativ” mittlerweile schon nicht mehr positiv sehe.
28.10.2009 um %H:%M
wer allen ernstes glaubt, wir könnten gegen bildungssabbau und die miese situation an den unis kämpfen ohne uns mit tiefergehenden gesellschaftlichen strukturen zu beschäftigen hat wirklich noch nicht viel verstanden!
VIELEN VIELEN DANK an all jene, die seit tagen an den aktionen rund um die audimax-besetzung mitarbeiten und sich in der gesellschaft, an der uni UND INNERHALB DER BESETZER*INNEN-GRUPPE gegen sexismus, faschismus, homophobie, katpitalismus und jegliche unterdrückung einsetzen. OHNE EUCH WÄRE DIESER PROTEST VÖLLIG WITZLOS!
lasst euch nicht entmutigen von den sehr wenig politisierten und engstirnigen lou hefners dieses audimax. und bedenkt, dass sich hier, im internet, auch leute beteiligen, die nichts mit dem protest zu tun haben und uns nur entmutigen und spalten wollen!
28.10.2009 um %H:%M
Vollste Zustimmung Lou! Daumen hoch, ich denke, dass uns sonst viele Leute von der Bewegung wegbrechen können!
Alex
28.10.2009 um %H:%M
so wie ich es gestern auf twitter schon geschrieben habe: sollte unibrennt zu einer feministisch-linken bewegung werden, ist der ofen aus, denn dann verliert das vorhaben locker 80% seiner unterstützer.
unibrennt MUSS geschlechtsneutral und weitgehend ideologiefrei bleiben! freie bildung für ALLE, nicht nur für die gleicheren!
28.10.2009 um %H:%M
@ andi (“ach ja, und “links” ist auch nicht besser als “rechts”, genauso wie ich “alternativ” mittlerweile schon nicht mehr positiv sehe.”)
hui, bist du aber kritisch! oder siehst du kritisch auch nicht mehr so positiv?
28.10.2009 um %H:%M
und wieder ein nettes beispiel der audimax-demonstranten:
“…hat wirklich noch nicht viel verstanden”
“…von den sehr wenig politisierten und engstirnigen lou hefners…”
“…uns entmutigen und spalten wollen…”
kinder, werdets endlich mal erwachsen und lernt mit euren mitmenschen respektvoll umzugehn. DAS habt IHR noch nicht verstanden.
28.10.2009 um %H:%M
@ junicks: WIE WILLST DU “IDEOLOGIEFREI” FÜR FREIE BILDUNG EINTRETEN?
(was bededeutet “geschlechtsneutral” in dem zusammenhang? wer sind die gleicheren? hä?)
28.10.2009 um %H:%M
MIch ärgert tatsächlich nur eines richtig… Dass bei Kritik “Nicht auf die Spalter Hören!” geschrien wird…
Was sind wir denn bzw. wollen wir sein? Eine offene Gesellschaft? Verdammt, ja! Über jede Kritik sollte diskutiert werden können, ohne, dass der Spaltungsvorwurf vorgebracht wird, um eine Kritik verstummen zu lassen.
Ich würde mir mehr Auseinandersetzung wünschen, als gleich mit der Sexismus-Keule geprügelt zu werden.
28.10.2009 um %H:%M
ich bin immer beeindruckt davon, wenn sich eine offensichtliche mehrheit so verfolgt fühlen kann. hier ist kaum widerspruch zur sexistischen scheiße zu lesen, die lou gepostet hat, und trotzdem sind alle ganz erleichtert, dass “endlich mal wer ausspricht”, was eh fast alle denken. alle faseln von freier bildung und kritik, aber keine_r kommt drauf, vielleicht auch mal die eigene lebenswirklichkeit zu kritisieren. da hilft mehr geld auch nicht, wenn trotzdem nur alles so weiter geht wie in den letzten 2000 jahren.
28.10.2009 um %H:%M
@rotes stricherl: “alternativ” bedutet nun mal “anders”. aber warum muss ich um jeden preis “anders” sein? ich finds schade dass man sich in der heutigen zeit immer noch auf eine seite schlagen muss (links oder rechts), und wenn nicht dann wird man erst mal eingeteilt.
auch hier (wie bei der gender-diskussion): bitte lernt erst mal eure mitmenschen auch wirklich als “menschen” zu sehn, und nicht als “linker”, “rechter” usw…
28.10.2009 um %H:%M
ad rotes stricherl: 100% deiner meinung!
lasst euch nicht von den internet trolls einlullen.
die besetzung ist und bleibt ein progressives projekt. Bildung für alle ist schließlich eine linksradikale forderung seit ich denken kann.
28.10.2009 um %H:%M
ad andi: nazi verpiss dich, keiner vermist dich!
28.10.2009 um %H:%M
mit einer solch laschen,
von neoliberalem geist getränkten haltung
wärs nie zu einer besetzung von hörsälen gekommen!
ohne besetzung von hörsälen und andere kreative protestaktionen wäre die botschaft der studierenden niemals in die medien vorgedrungen; undenkbar wäre zum beispiel eine feurige unterstützungserklärung des heute-chefredakteurs für die “aufständischen studenten” und gegen die “braven jungspießer”, “die sich mit dem ellbogen-system auf den hochschulen bestens arrangiert haben” und jetzt “fast weinen, weil sie nicht in den hörsaal können.”
mit deiner lulu-haltung, die die zusammenhänge zwischen kapitalistischer wirtschaftsordung und den bildungsmissständen an den unis nicht erkennen kann bzw. bewusst ignoriert, erreicht man exakt gar nix …
dein visionsloser pragmatismus ist genauso schädlich für die bewegung wie mancher linksextremer dogmatismus.
die bewegung darf nicht an der oberfläche bleiben, sie muss die grundlegenden
ökonomischen und gesellschaftlichen bedingungen mitdenken – und im sinne der bewusstseinsentwicklung und der pluralität der bewegung sind marxistische und feministische plenumsbeiträge und arbeitsgruppen durchaus willkommen …
und
leute, die sich vor marxistischen oder feministischen redebeiträgen oder sogar vor che guevara-postern im audimax provoziert fühlen, sind bestenfalls mitläufer und jedenfalls keine stützen der protestbewegung …
>ein hochentwickeltes bewusstsein und eine hochentwickelte fantasie sind voraussetzungen für radikale veränderungen< (herbert marcuse)
28.10.2009 um %H:%M
@mario: bitte konstruktive meinungen, aber keine beschimpfungen. danke.
@alexa: interessant. mein freundeskreis besteht zu 99% aus eher linken, ich habe seit mehr als 10 jahren lange haare und wurde von rechten schon des öfteren angepöbelt. und du bezeichnest mich als nazi? darfs ein wenig mehr diskriminierung sein?
28.10.2009 um %H:%M
und da sieht man mal wieder: links ist auch nicht besser als rechts. genauso radikal und aggressiv. der mensch an sich geht unter.
28.10.2009 um %H:%M
@ andi:
respektvoll umgehen: ja eh.
aber wer zum thema sexismus allen ernstes meint: “es gab nie diskriminierung, jeder student, jeder professor hat alle gleich behandelt.” HAT TATSÄCHLICH NICHTS VERSTANDEN!
1. ist dieser satz an sich schon diskriminierend – ich nehme an studentinnen und professorinnen sind halt mal wieder “mitgemeint”.
2. meinst du das ernst? es gibt keine sexistische diskriminierung in dieser gesellschaft? in der frauen für die gleiche arbeit um ein drittel weniger verdienen? in der eine von fünf frauen von gewalt durch einen nahen männlichen verwandten, freund oder bekannten betroffen ist? IST DAS DEIN ERNST?
28.10.2009 um %H:%M
@rotes stricherl #60: zwischen “der verweigerung, rechtsextremen burschenschaften eine bühne zu bieten” und sie komplett auszuschließen so wie es beim Beschluss der Fall sind zwei unterschiedliche Dinge. Was ich vermisst habe war ein Zusatzbeschluss dass man Gespräche mit den Burschenschaften führt. Es sind schließlich auch Studenten, auch wenn sie ein anderes Wertesystem haben. Dass die AktionsGemeinschaft jetzt gegen die Besetzung mobil macht ist nur ein Ergebnis und führt dazu dass die Besetzung sehr viel Momentum verliert.
28.10.2009 um %H:%M
vielen dank für diesen beitrag, er spricht mir absolut aus der seele!!
es ist schade, dass eine gute sache und eine absolut nötige art von protest von manchen leuten für ihre eigenen interessen, die mit der eigentlichen sache schon überhaupt nichts zu tun haben, derart missbraucht und teilweise sogar ins lächerliche gezogen wird.
28.10.2009 um %H:%M
so viel zum thema freie meinungsäußerung…
28.10.2009 um %H:%M
@marcel was ist sexistisch an dem brief? wenn schon kritik dann auch belegen!
28.10.2009 um %H:%M
ich bin auch links, aber wenn ich sehe wie andere meinungen hier diffamiert werden muss ich mich für manche aus meiner “gesinnung” schämen. ich bin vor allem links weil das für mich in erster linie freiheit für jeden bedeutet/bedeuten sollte. nichts ist autoritärer und elitärer als die eigenen meinung/ansicht/interessen als die wichtigste darzustellen. es zählt in erster linie der mensch
28.10.2009 um %H:%M
haha….student/studentinnen. ganz ehrlich, die mehrheit unserer studentinnen hat das auch für schwachsinn befunden, sexismus? geh bitte… jeder weiss das mit student jeder gemeint ist.
und dass es ausserhalb des studentendaseins diskriminierung gibt ist ein fakt, den ich nicht abgestritten geschweige denn angesprochen habe. hat aber hier nichts verloren, hier gehts um die uni.
28.10.2009 um %H:%M
@ andi “ich habe seit mehr als 10 jahren lange haare”
hui! NA DANN! entschuldige vielmals, das war wohl ein missverständnis: wenn du lange haare hast kanns ja wohl keinen zweifel geben an deiner alternativ-kritisch-progressiven einstellung… (und: deine freundInnen sind zu 99% links? aber ist das nicht egal? links ist doch eh das selbe wie rechts, oder?
huhahi!
28.10.2009 um %H:%M
@Andi
So ist es. Und, dass man sich für dafür dann auch noch als Nazi beschimpfen lassen muss, verleiht dem ganzen nur noch einen dickes fettes Ausrufezeichen.
28.10.2009 um %H:%M
@rotes stricherl: ich will damit ausdrücken: ich bin eher links als rechts. und natürlich ist mir egal ob meine freunde links oder rechts sind, ich teile auch hier nicht ein. ein freund ist ein freund.
insofern weiss ich nicht worauf du hinaus willst, ich finde allerdings das diskussionsniveau hier wirklich traurig.
ich bin da voll und ganz der meinung von Klemens, siehe kommentar ein paar zeilen darüber.
28.10.2009 um %H:%M
@ andi “und dass es ausserhalb des studentendaseins diskriminierung gibt ist ein fakt, den ich nicht abgestritten geschweige denn angesprochen habe. hat aber hier nichts verloren, hier gehts um die uni.”
aha. die uni ist also ein von der restlichen gesellschaft völlig abgetrennter raum, auf den sämtliche in der ganzen gesellschaft weit verbreiteten formen von diskriminierung keinen einfluss haben? nur wenn du dieser grundannahme folgst, kannst du fordern, dass wir uns endlich mal nur mit bildung beschäftigen sollten. gleichzeitig hast du dann – und hier wiederhole ich mich bei allem respekt – NICHTS VERSTANDEN!
28.10.2009 um %H:%M
@ andi “ich will damit ausdrücken: ich bin eher links als rechts”
AHA! ich dachte das sei sowieso egal weil “links ist auch nicht besser als rechts. genauso radikal und aggressiv. der mensch an sich geht unter.”
you are starting to become a bit widersprüchlich, mein freund!
28.10.2009 um %H:%M
und wieder wirfst du mir vor “nichts verstanden zu haben”. das halte ich nicht für eine sinnvolle/respektvolle diskussion. bitte bleib doch sachlich, dankeschön.
28.10.2009 um %H:%M
Die Inhalte dieses offenen Briefes kann ich voll und ganz unterstützen. Wünsche weiterhin viel Erfolg!
28.10.2009 um %H:%M
wirklich guter artikel, alles auf einen punkt gebracht, sehe ich genauso!!!
28.10.2009 um %H:%M
wieder: sachlich, und bitte keine wortklauberei weil dir die argumente fehlen. ich persönlich sehe keinen widerspruch, ich bin “eher links”, aber finde trotzdem dass links und rechts der gleiche blödsinn ist. zumindest wenns “extrem” ausgelebt wird.
allerdings bemühe ich mich einen rechten erst mal kennen zu lernen bevor ich ihn verurteile. genau wie bei den linken gibts da mehr als genug mitläufer.
28.10.2009 um %H:%M
obiger beitrag war an rotes stricherl als antwort gedacht, nur zur info
28.10.2009 um %H:%M
@ andi: jaja, mir “fehlen die argumente”, weil ich deine widersprüchlichkeiten aufdecke.
sag mal was dazu, bevor du mir vorwirfst, keine argumente zu haben:
“aha. die uni ist also ein von der restlichen gesellschaft völlig abgetrennter raum, auf den sämtliche in der ganzen gesellschaft weit verbreiteten formen von diskriminierung keinen einfluss haben? nur wenn du dieser grundannahme folgst, kannst du fordern, dass wir uns endlich mal nur mit bildung beschäftigen sollten. gleichzeitig hast du dann – und hier wiederhole ich mich bei allem respekt – NICHTS VERSTANDEN!” (<– dabei bleibe ich. ich finde diesen vorwurf nicht respektlos, sondern angebracht. sorry.)
28.10.2009 um %H:%M
Hallo,
liebe Lou Hefner – danke für deinen tollen Beitrag, der mir ebenfalls sehr aus der Seele spricht.
Das Plenum und den Protestverlauf bisher habe ich ausgesprochen positiv aufgefasst. Insbesondere war ich sehr begeistert von der offenen Atmosphäre im Plenum. Mein Eindruck war die ganze Zeit, dass die Menschen äußerst respekt- und rücksichtsvoll miteinander umgehen – trotz teilweise kontroversieller Diskussionen. Jede und Jeder wurde angehört und konnte sich einbringen. Das hat mich wirklich schwer beeindruckt und ist meiner Meinung nach auch der Entstehung dieser Bewegung geschuldet. Nicht einzelne Fraktionen oder Organisationen haben mit vorgefertigten Meinungen die Bewegung gestartet, sondern alles ist offen dort entstanden und wird durch eine extrem breite und heterogene Gruppe getragen.
Ich war wirklich erschrocken über das aggressive Auftreten der angesprochenen AG Sexismus. Es wurde gleich zu Beginn des Plenums der Raum vereinnahmt (und damit den Anliegen der anderen Redebeiträge genommen), den anderen die Sicht (und damit das aktive partizipieren am Plenum) versperrt und dann ein (wirklich schönes) Kunstwerk mit einem Plakat überhangen – ohne Rücksicht, ohne Rücksprache, ohne dass das Plenum danach gefragt wurde. Über das Plakat, das vor dem RednerInnenpult hängt, wurde noch im Plenum abgestimmt! Der Auftritt der AG-Sexismus war dagegen anmaßend und respektlos.
Keine andere AG hat sich so verhalten, niemand ist so aufgetreten und wenn ein Mann sich auch nur ansatzweise so verhalten würde, würde er (zurecht!) dafür extrem kritisiert und zurechtgewiesen werden. Aber hier traut sich niemand. Männer, die an diesem Vorgehen Kritik üben, sind sowieso Sexisten – aber selbst Frauen werden (das zeigt sich ja sogar hier in den Kommentaren) sofort angegriffen. Ihnen wird mangelnde Frauensolidarität vorgeworfen oder sie werden – wie hier – gleich als müllschreibend und reaktionär beleidigt.
Das ist totalitär, dogmatisch, ausgrenzend und steht diametral dem Selbstverständnis dieser Bewegung gegenüber. Von Einzelbeispielen auf die Allgemeinheit zu schließen ist im höchsten Maße populistisch und spiegelt nicht die Realität in der Bewegung und im Plenum wieder. Wenn dann auch noch Beispiele von außen (zB aus dem Chat) bemüht werden müssen, wird es erst recht eigenartig. Niemand – auch kein Mann – muss die Verantwortung über Beiträge von irgendwelchen Menschen übernehmen, die in einem Chat oder in der Kronenzeitung oder sonst irgendwo außerhalb des eigenen Einflussbereichs etwas von sich geben. Es gibt keine Kollektivhaft, schon gar nicht nach Geschlecht.
Bitte zurück zur Bidlungspolitik und zu einem breiten Konsens und weg mit Dogmatismus jedweder Colour!
28.10.2009 um %H:%M
Wenn man sich den Livestream ansieht sieht es so aus als ob die Ultrafeministinnen ihre Forderungen mit dem Resultat durchsetzten, dass die Audimax-Besetzung jetzt am Ende ist.
Hoffe dieser Eindruck täuscht!
28.10.2009 um %H:%M
Ich empfehle allen “bösen” Feminist*innen und “Radikalen” die harmoniesüchtigen, auf die Meinung der Öffentlichkeit fixierten, reaktionären Party-People und ihre Besetzung sich selbst zu überlassen. Die Räumung lässt dann keine Nacht mehr auf sich warten. Aber wenn der politische Kern des Protests nicht erwünscht ist, soll bitte die unpolitische Mehrheit die Suppe selbst auslöffeln.
Wütend, F.Eminista
28.10.2009 um %H:%M
Ich finde, dass der offene Brief ein paar wichtige Dinge anspricht. Ich persönlich habe kein Problem mit weitreichenderen Forderungen, die die ganze Gesellschaft ins Visier nehmen – auch dafür ist bei einem derartigen Protest Platz. Man sollte dabei aber nie das Kernthema aus den Augen verlieren oder (noch schlimmer) zulassen, dass diese weitergehenden Positionen eine Art Gatekeeper-Funktion einnehmen. Das ist kein neues Problem, wie Lou richtig anmerkt – die Breite einer Bewegung kann unter solchen Tendenzen sehr leiden.
Das heißt natürlich nicht, dass man Rassismus, Sexismus usw. dulden muss – blöde Sprüche und Übergriffe in die Richtung dürfen nicht unwidersprochen bleiben.
28.10.2009 um %H:%M
Aeh, danke dass ihr wenigstens for Amusement sorgt wenn ihr schon so sinnlos Lehrsäle besetzt.
28.10.2009 um %H:%M
danke für den beitrag! genaus aus diesen beiden strömung sehe ich die gefahr, denn wenn wir nicht innerhalb zusammenhalten, wird das alles zerbröckeln, obwohl so viel potential in der luft liegt!! ich bitte diesen beitrag heute im plenum vorzulesen!
ich lasse meine politischen meinungen vor der uni, denn hier geht es nur um unsere universität!
28.10.2009 um %H:%M
auf “studieren statt blockieren” wird lou`s artikel auch hoch gelobt
http://www.facebook.com/pages/Studieren-statt-Blockieren/161298391957
ich hab kein problem damit, wenn auch kritische artikel auf unibrennt erscheinen.
ein bisschen solidarischer z.b. mit der AG antisexismus& antisexistischer Arbeit bei der Besetzung würds wohl auch gehn…
kein verständnis für dies art von kritik
28.10.2009 um %H:%M
fantastischer beitrag.
gestern im plenum hat mich gestört, dass das audimax als linker raum positioniert wurde.
sollte im plenum vorgetragen werden!
28.10.2009 um %H:%M
dieser Brief trifft die Wahrheit voll und ganz und sollte unbedingt im Plenum angesprochen werden!!
28.10.2009 um %H:%M
Bravo – das ist eine Einstellung im Sinne der aller Studenten und auch wohl im Sinne der restlichen Bevölkerung. Leider ist diese Demo wirklich schon zu einem Portal für extreme linke geworden.
Jeder mag seine Gesinnung haben, jeder solle seine Meinng vertreten können, aber am gegeben Ort und zu gegebener Zeit. Das ist im Moment sicher der falsche Ort und die falsche Zeit. Man verliert so an Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit und wird in eine Ecke gestellt wo die meisten gar nicht hin wollen.
28.10.2009 um %H:%M
@Luft:
Danke, die Sache gut auf den Punkt gebracht. So wie diese AG Sexismus auftritt, disqualifiziert sie sich selbst, wie du es so treffend formulierst:
“Das ist totalitär, dogmatisch, ausgrenzend und steht diametral dem Selbstverständnis dieser Bewegung gegenüber.”
Aber ich weiss, in den Augen derer, die von diesen Worten eigentlich betroffen sein sollten, bist Du, bin ich und sind alle die anderer Meinung sind: frauenfeindlich, reaktionär, spiessbürgerlich, chauvinistisch. Wer so verblendet und arrogant auftritt hat meinen Meinung nach jeglichen Bezug zur Realität und zu einer vernünftigen Selbsteinschätzung verloren. Von der nicht vorhandenen Kritikfähigkeit ganz abgesehen.
Als Absolvent der Uni Wien kann ich den Unmut der Studierenden über die schlechten Studienbedingungen nur zu gut nachvollziehen. Die Besetzung halte ich für ein wirksames Mittel, um darauf aufmerksam zu machen. Meine Sympathien gelten nach wie vor jenen, die seit Tagen im Audimax ausharren und den Protest tragen. ABER: sollte es tatsächlich zu einer Vereinnahmung der Protestbewegung durch linksradikale Kreise und Gruppen selbstverblendeter Linksfascho-Frauen kommen, dann wird sie den überwiegenden Teil der Unterstützung durch die Studierenden verlieren.
28.10.2009 um %H:%M
ich danke dir für diesen beitrag. meine hoffnung, durch diese demos auf wichtige probleme der studenten aufmerksam zu machen ist nach diversen “nettigkeiten” gegenüber nicht ideologiekonformen geschwunden. die meisten meiner kollegen machten spätestens heute morgen einen zT äußerst resignierten eindruck und manche haben gar nicht erst versucht sich zu beteiligen, weil sie schon zu beginn der proteste damit rechneten, dass die mediale aufmerksamkeit dazu genutzt wird, um vom kern der probleme abzulenken und die demo für die ziele bestimmter gruppierungen zu vereinnahmen. immer wieder auf die eigentlichen ziele jenseits des tellerrandes von binär heteronormativ, schwarz/weiß, links/rechts denkenden menschen hinzuweisen ist ein guter anfang – vor allem wenn wir mehr werden
28.10.2009 um %H:%M
Bitte kehrt zurück zu einer konstruktiven Kritik!
Es hilft kein Schubladendenken, in dem Feministinnen als “radikal” und der Sache zuwiderlaufend eingestuft werden und jene, die sich an gewissen Vorgehensweisen des Protests stören als rechte Spalter tituliert werden.
Diese Bewegung sollte sich natürlich auf ihren Kern besinnen, der die Verbesserung der Bedingungen an den Universitäten zum Inhalt hat, vor allem, um nicht an Seriösität zu verlieren, andererseits muss auch die Chance gesehen werden, die Anknüpfungspunkte zu anderen Bewegungen bieten. Die Missstände an der Universitäten hängen eng mit den Entwicklungen unseres Gesellschaftssystems zusammen, deshalb kann hier nicht von einer “Instrumentalisierung” einiger Gruppierungen gesprochen werden. Zudem wächst unser Protest dadurch stetig, was uns mehr Gehör in der Öffentlichkeit verschafft.
Die Kritik, die von Gruppen wie “Studieren statt blockieren” sollte aufgegriffen werden, sofern sie kein stupides und unreflektiertes Gehetze ist, um wieder mehr Zusammenhalt im Entwicklungsprozess unseres Protests zu gewinnen. Ich bin mir sicher, dass viele den Dialog suchen, aber durch einige wenige abgeschreckt werden, die sich reaktionär verhalten. Aber: Diejenigen, die die StudentInnen per se als den Steuerzahlern auf der Tasche liegenden “Nichtnutze” verteufeln oder KritikerInnen des Protests als “Nazis” schimpfen, sind eh schwer zu belehren und wir sollten den Geist des Prozesses dadurch nicht vergiften lassen.
28.10.2009 um %H:%M
Volle Zustimmung!
28.10.2009 um %H:%M
THUMBS up!!!
Meine Rede.
Bin nämlich schon total verärgert!!!!!*
War auch von anfang an immer wieder dabei und habe mir die ganze sache angeschaut und mitgemacht. ABER ES REICHT mir!
hab nicht mal lust auf die DEMO zu gehen. Ich wäre für eine Demonstraion OHNE links extremen Propaganda Plakaten. OHNE “Weltverbesserungsvorschlägen, und UREALISTISCHEN Idealvorstellungen!!!”
Auch die Gruppe Studieren statt Blockieren stellt KEINE bedrohung dar!!!!!*
(bedrohung, bedrohung? wie kommt man überhaupt auf sowas!?!?!)
Es gibt ein paar wenige Menschen die wirklich zum Zweck im Audimax sind, und nur wenn sich diese HERAUKRISTALISIEREN und diese anfangen KONSTRUKTIV (auch mit anderen Studenten) zusammenzuarbeiten, wird diese ganze Sache nach außen hin ernstgenommen werden.
Vorher nicht.
28.10.2009 um %H:%M
Danke für diese gute Betrachtung.
28.10.2009 um %H:%M
EIn grossartiger artikel, lou!!
ich studiere nicht (mehr) in oesterreich, habe die besetzung jedoch soweit es mir moeglich war medial mitverfolgt und glaube, dass es definitiv an der zeit ist probleme am oesterreichischen unisystem aufzuzeigen. soweit mein support.
gleichzeitig faellt es mir schwer euch zu unterstuetzen weil ich das gefuehl habe dass die ganze sache – typisch oesterreich – wieder mal zu einem politikum ausartet. ich empfehle der bewegung sich auf ihre urspruenglichen objectives zu besinnen: was wollen wir, wie wollen wir es, wie bekommen wir es. sexismus ist ein wichtiges thema, aber ist das die triebfeder dieser bewegung? ist das wogegen diese bewegung entstanden ist?
wenn sich die bewegung nicht besinnt prophezeie ich ein baldiges ende – einfach weil die all jenen, die wegen des ursprueglichen grunds gekommen sind, die luft ausgehen wird.
es tut mir leid jetzt so zu klingen, als wuerde ich euch nicht wohlgesinnt sein, ich moechte nochmal unterstreichen wie wichtig ich die bewegung und aenderungen in der bildungspolitik finde!
ich glaube halt, dass ein gebuehren/stipendien system im endeffekt gerechter ist als keine gebuehren fuer alle. bildung ist ein grossartiges privileg, dass jedem angeboten werden sollte!! aber es ist auch etwas, wo jeder mensch die wahlfreiheit haben sollte – will ich da hineininvestieren, in meine bildung, oder nicht!? im endeffekt wird keiner, der studieren will, nicht die moeglichkeit dazu haben. die, die es sich leisten koennen, werden einen kleinen solidaritaetsbeitrag leisten muessen, die, die es sich nicht leisten koennen, nicht. warum sollen alle gleich wenig zahlen duerfen, mit dem endeffekt dass die, die mehr geld haben dann einfach 3 wochen all inclusive urlaub machen mit dem geld dass sie ueber haben? wollen wir oesterreicher(ja, ich zahle dort noch immer steuern) dafuer wirklich steuergeld aufbringen???
ZUSAMMENFASSEND: schaut euch andere laender,andere bildungssysteme an, formuliert was ihr WIRKLICH wollt(BESSERE BILDUNG!?!?!) und was gemacht werden muss/soll, um das zu verwirklcihen. weil darum geht es doch, oder?!
28.10.2009 um %H:%M
…für die große Zustimmung.
Ich möchte hier nochmal auf das Argument, “Wir Männer haben Frauen seit Jahrhunderten unterdrückt!” eingehen: Ungerechtigkeit wird nicht durch Ungerechtigkeit der anderen Seite gerächt. Weder im Falle von Sexismus noch Rassismus noch Recht.
Was die gesamtgesellschaftliche Revolution betrifft: Ich selbst bin pro-Revolution, ich glaube nur nicht, dass wir diese im Audimax aussitzen können. Um den Erfolg dieses Protests zu garantieren, müssen wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir aussitzen KÖNNEN:
~ WEG MIT STUDIENGEBÜHREN!
~ WEG MIT ZUGANGSBESCHRÄNKUNGEN!
~ WEG MIT DER ÖH WAHLRECHTSREFORM!
~ HER MIT DEM BEHINDERTENGLEICHSTELLUNGSGESETZ!
~ HER MIT DER STUDENTINNEN-FREIFAHRT!
~ HER MIT EINER GESCHLECHTERQUOTE!
~ ….
Lg
28.10.2009 um %H:%M
Wer Kindern sagt
Ihr habt rechts zu denken
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Ihr habt links zu denken
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Ihr habt gar nichts zu denken
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Es ist ganz gleich was ihr denkt
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
was er selbst denkt
und ihnen auch sagt
daß daran etwas falsch sein könnte
der ist vielleicht
ein Linker
(Erich Fried)
… nur als kleiner Denkanstoß. Es ist schwer bis unmöglich “links” bzw. “rechts” überhaupt zu definieren; diese Diskussion hat in einer solch angespannten und durchaus fragilen Situation, in der sich die Studentenschaft zur Zeit gerade befindet, keinen Platz.
Das, was im AudiMax gerade geschieht ist etwas Großes, jedoch muss man sich auch dessen bewusst sein, dass dies alles (die Besetzung, die Demo, weitere punktuelle Ereignisse) nur ein Anfang sein kann…
… bei dem es auch bleiben wird, beharren einige Kollegeninnen und Kollegen auf ihren ideologischen Grabenkämpfen.
Je länger wir es schaffen, in den Grundfragen unserer Bewegung Einigkeit zu bewahren, desto mehr Gewicht erlangen unsere Forderungen. Sich gegenseitig aufzureiben und die Faschismus- bzw. Stalinismuskeule auch bei der unpassendsten Gelegenheit zu schwingen zehrt an der Ernsthaftigkeit unserer Aktivitäten.
Was mich persönlich sehr verwundert ist, dass die Organisation von Essen, Getränken (v.A. Bier; Che-T-shirt-tragende, sehr “alternativ” aussehende Menschen, die ihren Kollegen Ottakringer-Hülsen um einen “Solidaritätspreis” von 2€ verkaufen) etc. reibungslos funktioniert hat, es aber bisher unmöglich war, einen Rat (oder ein Komitee, nennt es wie ihr wollt; auf jeden Fall auch abwählbar) von Kolleginen durch offene Wahl zu bestimmen, der unsere Forderungen verhandeln kann und die aufbegehrenden Studentinnen und Studenten vertreten kann…
Uns allen muss bewusst sein, dass dies keine überdimensionierte Party ist und dass uns der Wind viel schärfer um die Ohren blasen wird, wenn sich diese Bewegung aufgrund von Lappalien totläuft.
- Die Organisation muss straffer werden – mit Menschen, die Verantwortung übernehmen.
- Die Forderungen müssen besser argumentiert bzw. verständlicher abgefasst sein (z.B. was ist ein Erweiterungscurriculum? was heißt “top down”?).
- Sexismus und Homophobie sind ernsthafte Probleme unserer gesamten Gesellschaft, haben aber mit der Misere der Universitäten nur am Rande zu tun; Arbeitsgruppen zu diesen Themen ist reine Ressourcenverschwendung!
Unsere Bewegung darf nicht als Furz im Schneesturm enden!
AUF ZUR DEMO!
28.10.2009 um %H:%M
Vielen Dank für den hervorragenden und scharfsinnigen Beitrag! Ich teile diese, deine Meinung zu Hundert Prozent. Es braucht mehr intelligente Studenten die auch in der Lage sind sich und ihresgleichen ebenfalls zu hinterfragen und Dinge etwas differenzierter und weniger radikal zu betrachten. Du hast meine volle Unterstützung!
28.10.2009 um %H:%M
Danke, Lou, für diesen tollen Beitrag. Ich sehe das genauso und Du sprichst mitunter die Gründe an, warum ich diese »Uni brennt«-Bewegung nicht mehr unterstütze, ja, mich sogar ganz von dieser distanziere.
Leider ist es inzwischen so, dass man keinerlei Kritik an dieser Bewegung äußern darf, ohne zugleich angegriffen zu werden. Für mich hat diese Bewegung inzwischen sehr bedenkliche Ausmaße angenommen. Das Hauptziel – mehr Geld für Bildung – geht hierbei immer mehr und mehr unter.
»Gegenbewegungen« werden als böse abgestempelt und zum Feindbild erklärt, obwohl diese sogar dasselbe Ziel – mehr Geld für Bildung – haben und genauso wissen, dass es Probleme am Unisystem gibt. Es wird zwar nirgends so stehen, dass »Gegenbewegungen« das erklärte Feindbild sind, doch es gibt genügend Mitglieder der »Uni brennt«-Bewegung, die nach diesem Prinzip handeln.
Die Unterstützer, Mitläufer, Fans etc. der Bewegung sind von ihr vollends eingenommen. Ob links oder rechts ist herzlich egal, so radikal wie hier (teilweise) vorgegangen wird, ist links nicht besser als rechts.
Man sieht es doch allein an den Kommentaren hier. Kaum wagt es einer, der kritischen Sicht dieses Berichts zuzustimmen, wird er angegriffen. Ja, sogar als Nazi beschimpft. Sind denn die Mitglieder der Bewegung inzwischen so von dieser vereinnahmt, dass sie im blinden Gehorsam, der ihnen zwar nicht aufgetragen wurde, diese um alles in der Welt verteidigen müssen?
Und ist es nicht Ironie, dass man zwar gegen Diskriminierung ist, aber gleichzeitig anders Denkende wegen ihrer kritischen Haltung diskriminiert? Diskriminierung bezieht sich nicht nur auf Geschlechterfragen.
Jeder, der nicht für die Bewegung ist, ist gegen sie. Einfaches Schwarz-weiß-Denken herrscht hier vor. Platz für das dazwischen gibt es nicht (mehr).
Meinungsfreiheit? Aber nur dann, wenn sie positiv ist und für die Bewegung spricht. Eine vernünftige Diskussion ist auf dieser Basis, wo die Meinung anderer minderwertig ist, unmöglich.
Was ich hier angesprochen habe, sind mitunter Erfahrungen, die ich persönlich mit der »Uni brennt«-Bewegung, genauer gesagt mit ihren Mitgliedern, gemacht habe.
Ein Beispiel gefällig: Ich äußerte etwas Kritik, erwähnte Dinge, die zu bedenken sind (z.B. wer für die ganzen Kosten aufkommen soll, sollten manche Forderungen erfüllt werden), frug in die Runde und erwartete mir vernünftige Antworten und eine vernünftige Diskussion.
Das Gegenteil war der Fall. Man putzte mich regelrecht runter. Wie könne ich nur die Richtigkeit und Vorgangsweise der Bewegung in Frage stellen? Sie sind mir regelrecht an die Gurgel gegangen. Wie konnte ich nur ihre neue Weltanschauung anzweifeln?
Eine weitere Antwort lautete, dass ich vom Verhalten vereinzelter Mitglieder nicht auf die ganze Bewegung schließen dürfe. Ich finde allerdings, dass gerade die einzelnen Mitglieder für die ganze Bewegung stehen, weil sie ja Mitglieder von dieser sind. Klar, schwarze Schafe gibt es überall, doch so viele auf einem Haufen? Und warum sind mir bisher keine weißen begegnet?
P.S.: Bevor mir hier jemand etwas vorwirft, weil ich die weibliche Form der Bezeichnungen nicht explizit anführe, stelle ich hiermit klar, dass ich – als Frau – dem generischen Maskulinum der besseren Lesbar- und Verständlichkeit wegen den Vorzug gebe. Das hat nichts, aber auch absolut gar nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern nur mit dem Erhalt eines vernünftigen Sprachbildes.
Wer unbedingt darauf besteht, denke sich doch überall ein »/-innen« hinzu, aber bitte kein grammatikalisch falsches Binnen-I.
28.10.2009 um %H:%M
Hört bitte trotzdem nicht auf zu besetzen!! Wie ihr seht, sind viele hier Lous Meinung und wenn wir jetzt alle abziehen, würde das den “radikal in irgendeine Richtung gehenden-Gruppen” nur noch mehr Freiheiten geben und die ursprünglichen Interessen würden nur noch mehr in den Hintergrund gerückt werden. Das wär schade und wir solltne nicht zulassen, dass das geschieht.
28.10.2009 um %H:%M
Zuerst einmal großes Lob an den Verfasser, wahre Worte.
(Der Spruch: “Wenn du die Wahrheit sagst, dann brauchst du ein schnelles Pferd.” bewahrheitet sich auch wiedermal, wie man hier im Forum sieht …)
Zu dem Kommentar:
“Wir Männer haben Frauen seit Jahrhunderten unterdrückt!”
Männer haben vor allem immer andere Männer unterdrückt …
Und noch etwas zum Schmunzeln (damit die gepeinigten Feministinnen etwas zum Lachen haben):
Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass der Präger des Begriffes Gender ein Arzt war, der eine operative Geschlechtsumwandlung an einem Jungen vonahm und diesen damit schließlich in den Selbstmord trieb.
28.10.2009 um %H:%M
100 % ACK.
28.10.2009 um %H:%M
Was ist an der Tatsache, daß Frauen Raum, SICHEREN Raum, und Gehör fordern, denn linksradikal? “Umgekehrter Sexismus”? Mir wird speiübel.
Bin selbst zwar erfolgreiche Studienabrecherin und nicht live vor Ort, habe aber die Besetzung via twitter, facebook etc. gespannt verfolgt, bin von den aufgeplusterten Egos und SelbstdarstellerInnen doch etwas entsetzt.
Dein unsolidarischer offener Brief macht mich traurig.
28.10.2009 um %H:%M
Ad: “Bitte kehrt zurück zu einer konstruktiven Kritik!”:
Ich möchte an dieser Stelle für alle radikalen und Kritik gegenüber feindlich eingestellten Menschen nocheinmal vor Augen halten, dass es alle Ultralinken nicht anders anstellen als die Ultrarechten. Ganz recht ich stelle Kommunisten, Anarchisten ,Faschisten, Nazis alle auf eine Stufe. All jene halten es nämlich mit der Kritik gleich: sie ist unerwünscht. Bei vernünftigen Menschen, die doch alle Studenten an der Uni Wien sein sollten glaube ich sehr wohl, dass man sich etwas mehr offenheit und TOLERANZ sowie weniger Radikalismus erwarten darf. Und Toleranz gilt hier für jeden. Ganz egal welchen Glaubens oder welcher politischen Gesinnung. Das einzige das meiner Meinung nach fehl am platz ist, ist Radikalismus. Ich möchte anbei noch Theodor W. Adorno zitieren: “Kritik ist in aller Demokratie wesentlich” Nun Kritik gilt aber somit jedermann. In einer Demokratie darf jede/r die Aussage eines jeden kritisieren. Er oder sie ist sogar dazu angehalten. Und auf universitärem Level erst recht. Diese “antikritische Tendenz” wie auch Adorno es nennt wurzelt tief in vielen jener radikalen Studenten, die ja eigentlich versuchen gerade jene Obrigkeit und ihre Konventionen zu kritisieren. “Wer Kritik übt, ohne Macht zu haben, seine Meinung durchzusetzen, und ohne sich selbst der öffentlichen Hierarchie einzugliedern, der soll schweigen…” Stimmt einen bei all dem antikritischen, meiner Meinung nach schwer radikalen Tumult nachdenklich. So sollte es dochkeinesfalls sein.
28.10.2009 um %H:%M
p.s. “unibrennt MUSS geschlechtsneutral und weitgehend ideologiefrei bleiben! freie bildung für ALLE, nicht nur für die gleicheren!”
dann wäre es schon einmal ein guter Anfang diverse Aufrufe und vielleicht auch diesen Brief geschlechtsneutral zu formulieren.
28.10.2009 um %H:%M
Liebe Melanie,
die Frauen AG verhält sich diskriminierend. Ich empfehle dir, weil du offensichtlich nicht mal die Argumente auseinanderhalten kannst, den Brief noch einmal in Ruhe zu lesen.
LG
28.10.2009 um %H:%M
@Melanie:
Radikal und sinnentleert werden die Forderungen der AG Sexismus dann, wenn sie überschießend in einer Benachteiligung der Männer enden. Das wäre das sehr primitive “Aug’ um Aug’-Prinzip”: Ihr habt uns unterdrückt – jetzt unterdrücken wir euch! Progressives und aufgeschlossenes Denken sieht anders aus…
Und nochmal: Kritik darf nicht aus Reflex als “unsolidarisch” abgeschmettert, sondern sollte vielmehr inhaltlich behandelt werden – sofern die Kritisierten zur Selbstreflexion fähig und selbstkritisch sind, und nicht nur selbstverliebte und diktatorisch denkende Narzisstinnen.
Und nochmal: Die Bewegung sollte sich Versuche politischer Vereinnahmung (sei es durch linksradikale oder radikalfeministische Gruppierungen) nicht gefallen lassen, will sie auch weiterhin den Großteil der Studierenden hinter sich wissen!
28.10.2009 um %H:%M
Wein ein bisschen Melanie… Wenn du so traurig bist…
Könntest du außer, dass du traurig bist und speiben musst auch noch irgendeinen sinnvollen Beitrag leisten? Lou Hefner hat es zumindest versucht, ihre kleinen grauen Zellen angestrengt und einen sehr angenehm lesbaren und intelligenten Brief verfasst… im Gegensatz zu dir… Hast du denn auch was anzubieten?
28.10.2009 um %H:%M
@ gnackwatschn: gut auf den Punkt gebracht!
28.10.2009 um %H:%M
Danke für den Artikel, der auch meine Einstellung gut auf den Punkt bringt.
Viele Leute (vor allem abseits der PoWi oder GeWi) vergessen gerne, dass die Studiernende von heute eine durchaus heterogene Menge darstellen, von denen sich nur wenige von stark konzentrierten, radikalisierten Linien à la “Progress”, etc. angesprochen und vertreten fühlen.
Die zahlreichen Missstände auf den Unis gepaart mit dem blanken Hohn, der einem aus dem Ministerium entgegengebracht wird, haben nun endlich das Fass zum Überlaufen gebracht und viele Menschen – unabhängig von ihren tatsächlichen politischen Ambitionen, Zielen und ihrer ‘Radikalität’ zur Besetzung und zum Protest getrieben.
Nun laufen aber die ‘professionellen’ Protestgruppen, die auch während des normalen Unialltags keine Gelegenheit zur Demo auslassen (allen voran Feministinnen, sehr weit links Stehende, etc.), auf Hochtouren und versuchen die Bewegung, die eine Masse von Menschen erreicht hat, von denen sie sonst nur träumen können, unter ihr Banner zu zwingen und realisieren dabei nicht, dass solche ideologischen Grabenkämpfe das Ende einer breiten Protestbewegung sind.
Die einen fordern eine Uni ganz ohne Leistungsdruck (viel Spaß in der internationalen Forschung!), die zweiten wittern 5,000 Jahre Patriarchat und Sexismus, weil Frauen ausgebuht werden (ob nicht vielleicht ihre Meinung als Zeichen des Widerspruchs ausgebuht wird, was demokratisch vollkommen legitim ist, wird nicht mal in Betracht gezogen) und die dritten werden wohl bald versuchen, aus der Unibesetzung einen Kampf für den Veganismus zu machen und jeden Wurschtsemmelesser vom Podium prügeln…
28.10.2009 um %H:%M
Dieser Brief und die vertretene Ansicht haben meine volle Unterstützung! Hier sollte die Bildung im Vordergrund stehen! Andere Themen sind wichtig, aber nicht der zentrale Punkt, weswegen wir StudentInnen uns ursprünglich Gehör verschaffen wollten. Wenn konstruktiv am eigentlichen Thema – nämlich der Ausbildung an Universitäten und was dringend verändert und verbessert werden muss – gearbeitet wird, dann fühlen sich auch mehr StudentInnen (und auch nicht-StudentInnen!) bereit, die Widerstände zu unterstützen.
Denn die meisten Stimmen gegen die Aktionen der letzen Woche werden erst dann laut, wenn die Proteste nicht mehr ernsthaft sind, ein Plenum zum Fest wird, in dem der eigentliche Sinn der Besetzung verloren geht; wenn die Forderungen der StudentInnen nicht mehr ernstzunehmenden (!) sind und am Thema vorbeizielen.
Und wenn wir es nicht schaffen, die Allgemeinheit davon zu überzeugen, dass es uns ernst ist und Ziel der Besetzung nicht ein freier Nachmittag und eine versäumte Vorlesung, sondern eine grundlegende Veränderung der Werthaltung unserer Gesellschaft ist – nämlich die, dass Investition in unser Bildungssystem eine Notwendigkeit ist und ein zentrales Element von “Nachhaltigkeit” darstellt – dann werden wir scheitern und die Situation verbessert sich nicht. Nein, sie verschlechtert sich! Denn nach einem gescheiterten Aufstand wird es noch schwerer Politik und Bevölkerung davon zu überzeugen, dass es ein MUSS ist, die momentane Situation zu verbessern und dass weder Zugangsbeschränkungen noch Studiengebühren oder andere Mittel eine Lösung sein können und dürfen, um die StudentInnen vom Studieren abzuhalten. Ja, wir besetzen Hörsäle, aber nicht um KollegInnen vom Studieren abzuhalten, sonder um es uns ALLEN letztendlich zu ermöglichen – auch denen, die noch kommen!
Darum erneut mein Appell: Verliert das eigentliche Ziel und den Zweck unseres Protests nicht aus den Augen – es geht hier um UNSER BILDUNGSSYSTEM!
28.10.2009 um %H:%M
war eben im audimax und stelle fest, dass die menge, die sich dort versammelt hat nicht dem bild entspricht, das hier wiedergegeben wird. die bewegung ist dermaßen von politisch auf punkt und beistrich korrekten unterlaufen worden, dass ich nach einer stunde kopfweh bekam und den ort verließ. ich frage mich ernsthaft warum es nicht möglich ist auf breiterer basis zu wirken. es gibt so viele leute, die für die proteste schon gewonnen waren (hier im forum ablesbar) und sich wieder abwendeten. das wird von den “basisdemoraten” im audimax überhaupt nicht thematisiert. da bekommen leute für derartig flache sprüche tosenden applaus von 50 leuten und glauben das wäre repräsentativ.
ich weiß nicht was hier gemacht werden könnte. ich habe nämlich großes interesse, dass der protest weiter geht und etwas bewirkt. die derzeitige führung der bewegung spielt der regierung aber in die hände, da sie die mehrheit der studentinnen und studenten vergrauelt. ich bin ratlos wie man hier handeln sollte, denn eine offene spaltung der bewegung wäre vermutlich fatal. dass sich diese politisch korrekten aber so durchsetzen können sprich schon von einer schwäche aller hier kritik voerbringenden und anderen, die mit dem protest sympathisieren aber die derzeitige entwicklung problematisch finden. wie gesagt ich weiß auch nicht was man machen könnte
28.10.2009 um %H:%M
@Melanie:
ich finde diesen Brief keinesfalls unsolidarisch, vielmehr weist er wieder die Richtung welche viele (Frauen) aus den Augen verloren haben!
Bin voll und ganz Lou ihrer Meinung!!!
lg aus der besetzten TU Graz
28.10.2009 um %H:%M
Keine Sorge, muss weder kotzen noch weinen, auch die herablassende Meldung, daß ich den Brief noch einmal lesen soll, geht klar. Hab ihn aber eh schon beim ersten Mal Lesen verstanden! Danke!
Ich wollte euch nur mitteilen, vielleicht etwas ungeschickt und aggressiv, (und dafür entschuldige ich mich) daß ich als beobachtende solidarische Angestellte euch wünsche, daß ihr euch nicht gegenseitig zerfleischt und daran die großartige Besetzung zugrunde geht! Es wird immer Leute und Gruppen geben, die spaltende Tendenzen haben, die einigen zu radikal sind, das kann und muß auch kritisch gesehen werden, aber Rückzug ist dann nicht die richtige Antwort.
Muß mich eben auf Info von Innen verlassen, weil ich ja selber nicht vor Ort sein kann, und dieser Brief kommt nicht zu 100% positiv bei mir an, Reaktionen wie Räume nur für Frauen mußt du/müßt ihr doch verstehen, wenn es sexistische Zwischenrufe und aggressive Besoffene im Audimax gibt. Oder ist das alles gar nicht passiert?
Egal! Solidarische Grüße an euch alle, ob männlich, weiblich oder unentschieden. Ich werd jetzt mal weiterarbeiten, irgendwer muß euren Protest ja finanzieren. (DAS WAR EIN SPASS!)
28.10.2009 um %H:%M
ausgezeichneter Kommentar Lou!
Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen!
Mich beschäftigen ähnliche Überlegungen bezüglich des Zieles der Bewegung. Wir sollten uns auf die Forderungen nach mehr Geld für das Bildungssystem konzentrieren und uns in der Öffentlichkeit dahingehen konkretisieren. Den sonst werden wir auf schnellstem Wege scheitern und uns zudem mächtig blamieren!
28.10.2009 um %H:%M
Da stimme ich dir voll und ganz zu! Es geht um Bildung! Über alles andere kann man sich später noch Gedanken machen.
28.10.2009 um %H:%M
Ein wirklich guter Artikel! Dazu noch ein paar weiter kritische Anmerkungen
Prinzipiell finde ich einen Protest gegen die herrschenden Studienbedingungen gut und wichtig. Ein wichtiger Punkt des Protestes dem ich mich voll und ganz anschließen kann ist z.B., dass ein Studium bilden und zum kritischen Denken befähigen sollte und nicht nur als Ausbildung verstanden werden darf. In den geisteswissenschaftlichen Fächern ist eine Ausbildung auch kaum möglich/ vorgesehen. Die Frage nach dem späteren Beruf kann oft kaum oder schwer beantwortet werden. Mangels wirtschaftlicher Verwertbarkeit wird leider oft an dem Sinn dieser Studien gezweifelt, dagegen muss protestiert werden.
Allerdings gibt es auch einige Punkte, die meiner Meinung nach, nicht in die richtige Richtung gehen. Leider muss ich Lou Hefner punkto Linksradikalismus zustimmen. Ich war anfangs von der gesamten Aktion sehr angetan, war allerdings von der sehr linken Ausrichtung leider schnell abgeschreckt. Schon beim Hörsaaleingang wurde man von marxistischer Literatur begrüßt, im Hörsaal hing dann ein Plakat für Sozialismus.
Ich denke, dass Lou mit ihrer Forderung sich auf den Initiativgedanken „Mehr Geld für Bildung“ zu konzentrieren richtig liegt. Dann könnte man auch Studenten von der Mitte links bis Mitte rechts, bzw. Pragmatiker einzuschließen. Im Moment höre ich leider von vielen Studenten/Studentinnen, dass ein Protest zwar wichtig ist, aber im Moment zu links, als dass man sich anschließen möchte/könnte.
Ihr solltet auch beachten, dass viele Studenten/Studentinnen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen befürworten würden, wenn sie dann bessere Studienbedingungen hätten. Nun bin ich zwar eurer Meinung, dass es besser wäre einen freien Hochschulzugang und trotzdem gut Studienbedingungen zu haben. Dafür müsste es jedoch mehr Geld geben, was wir Studierende auch fordern sollten. Wenn es aber nur keine Studiengebühren und keine Zugangsbeschränkungen gibt, jedoch nicht mehr Geld mehr Lehrpersonal, Infrastruktur etc. haben wir meiner Meinung nach nichts gewonnen.
Weiters gibt es in unseren Nachbarländern großteils Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen- ein österreichischer Alleingang, der das Studieren in Österreich sehr verlockend macht, schadet der Qualität vermutlich mehr als, dass er sie fördert. Hier bräuchte man eine europäische Lösung oder zumindest ein bilaterales Abkommen für Solidaritätsbeiträge, mit den Ländern aus denen sehr viele Studenten kommen.
Noch ein Wort zum Thema Studiengebühren: Wenn diese sozial gestaffelt wären, nicht übermäßig hoch und wirklich zur Qualität beitragen würden, was wäre so schlimm daran? Natürlich dürften sie nur als zusätzlicher Beitrag (direkt an die Unis!?) verstanden werden und nicht den Bund der Pflicht entbinden mehr Geld für Bildung und Forschung auszugeben. Hochschulbildung sollte für alle leistbar sein, aber muss sie wirklich gratis sein?
Eine so große Protestbereitschaft unter den Studierenden sollte genutzt werden und ein Protest sollte möglichst viele Studenten ansprechen. Ideologische Vereinnahmungen schaden der Bewegung. Gerade Menschen gegen Diskriminierungen und für Toleranz agieren, sollten nicht Personen ausschließen, die sich ebenfalls bessere Bedingungen wünschen, aber sich nicht mit der links-linken Linie identifizieren können. In diesem Sinne zurück zu dem gemeinsamen Nenner „Mehr Geld für die Unis“- was nebenbei auch eine sehr konkrete Forderung wäre.
28.10.2009 um %H:%M
Liebe Lou,
deine Diagnose halte ich für vollkommen richtig. Hier wird durch demokratiefeindliche Splittergruppen wie radikale Ultralinke oder die Gruppe AG “Frauen und Anti-Sexismus”, die selbst das leuchtende Vorzeigebeispiel für Sexismus ist (also in sich selbst ein Widerspruch der seinesgleichen sucht aber wohl nirgendwo finden kann) eine engagierte Protestbewegung in sich selbst zerschlagen.
Die Intoleranz gegenüber und Ausgrenzung von großen Gruppen von Studenten erzeugt eine gewaltige Gegenbewegung, die DIESE Form des Protests nicht haben will und somit in Folge wohl gegen jeden Protest richtet, da sich auch die Gegenbewegung mit dem Protest am Protest schwer tut, solange sich in der grauen Masse der Basisdemokratie niemand dafür adressieren lässt.
Entweder erhebt sich nun eine Kraft in dieser Bewegung, die niemanden ausschließt, die alle Stimmen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Schuhgröße hört und mitgestalten lässt – oder die Sache ist eigentlich schon tot, man weiß es nur noch nicht.
28.10.2009 um %H:%M
“Entweder erhebt sich nun eine Kraft in dieser Bewegung, die niemanden ausschließt, die alle Stimmen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Schuhgröße hört und mitgestalten lässt”
eine Kraft, die hört und gestalten lässt… brauchst wohl einen Führer was? hitlers erben ick hör dir trapsen…
und was heißt hier eigentlich antidemokratisch?
Bloß, weil es einigen nicht in ihr Weltbild zu passen scheint, dass andere sich Anmaßen, für sich selbst zu sprechen, denunzieren sie es halt als “antidemokratisch” –
Was aber sehr schön ist, an den aktionen an der uni gerade ist doch, dass die leut selbst sich verantwortlich zeigen und dafür einstehen, wie, und unter welchen bedingungen sie eigentlich studieren wollen -
wer das demokratiefeindlich nennt, ists selber,
denn mündigkeit und eigenverantwortung sollte in einer gesellschaft die sich irgendwo demokratisch schimpft schon grundvorraussetzung sein!
und zu den vollpfosten, die sexismus nicht als relevant halten in dieser frage, darum geht, wie wir als studierende, lehrende, u.a. unsere leben – an der universität gestalten wollen und wie nicht:
Die Besetzung eröffnet, daher weil sie den gewohnten Umgang der Dinge, in die Hörsaal gehen, auf der Anwesenheitsliste unterschreiben, sich Lernstoff reinfahren, leute treffen, café trinken, usw. unterbricht – die Möglichkeit, sich über diesen ganzen Kram, wie der abläuft Gedanken zu machen. Und das schließt auch ein, wie sonst miteinander umgegangen wird und Sexismen sind, eben leider ein Teil des alltäglichen zwischenmenschlichen Umgangs an der Uni und im Rest der Gesellschaft.
Es geht halt nicht nur um Bildung und dafür das BIP mit Humankapital zu füttern, sondern wie bereits gesagt – wie Leute hier Studieren, Leben, was sie miteinander tun in erster Linie – wollen.
Die forderung nach mehr Geld für die hochschule kann, ganz zentral sein, und dabei können sich vielleicht auch die meisten drauf einig werden, aber tuts doch nicht so, als ob es nicht mehr wäre, um das es ginge und gehen könnte!
28.10.2009 um %H:%M
[...] Köpfe hinweg aufgestellt worden ist und sich immer noch von politischer Einflussnahme nicht übermannen lässt. Darüber gibt es Diskussionen und es gibt viel Che’s im Audimax, viele rote Sterne und viel [...]
28.10.2009 um %H:%M
@lou Hefner
100 % Kompetenzquote statt Geschlechterquote – wie wärs damit?
28.10.2009 um %H:%M
Jetzt mal ehrlich, wer hat denn nicht die schnauze voll, wenn er schon wieder von diesen ultra-frustrierten emanzen hört?
es tut mir leid. ihr habt nunmal keinen penis.
28.10.2009 um %H:%M
SIGN
28.10.2009 um %H:%M
will nicht trotzig wirken, aber nur mal anmerken dass ziemlich genau das die ag chat/ag online seit ungefähr freitag letzter woche fordert. reaktion war, dass wir im flyer der feministen komplett falsch zitiert wurden und ohne jegliche rechtfertigung seit damals niemals zu wort kommen durften. heute gabs ein kurzes “das ist zu lang” statement, das wars dann. dabei wäre doch gerade der chat so hochinteressant gewesen mit einzubeziehen, weil nicht nur österreichweit sondern auch in deutschland sehr viele (über 200) individuen mitgeredet haben und sich über die themen austauschten.
28.10.2009 um %H:%M
das kann ich nur unterschreiben.
wir sollten uns wieder auf die “forderungen” konzentrieren, und gleichzeitig versuchen, endlich lösungen zu finden. einerseits wie die forderungen konkret umgesetzt werden könnten, aber andererseits wie wir in zukunft vorgehen wollen/verhandlungen/gespräche mit öffentlichkeit/hahn… und wie/wann/ob wir das ganze beenden wollen.
28.10.2009 um %H:%M
Danke für diesen Beitrag. Genau so denke ich und viele andere Medizinstudenten mit denen ich geredet habe.
Bitte in Zukunft auf das Wesentliche konzentrieren und sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Es sind sicher nicht 50 000 Leute auf die Straße gegangen um für irgendwelche Frauenquoten oder gegen den Kapitalismus zu demonstrieren…
28.10.2009 um %H:%M
ich kann die empörung und die wut bis zu einem gewissen grad nachvollziehen. allerdings finde ich es ein wenig fragwürdig, dass man seine unterstützung für diese sache (die lou ja an sich befürwortet) entzieht, weil ein thema überstrapaziert und in inadäquater form behandelt wird.
ich würde mir jedenfalls wünschen, dass weiterhin die sache im vordergrund steht. der protest wird nicht durch allzu radikale feministinnen seiner sinnhaftigkeit beraubt. wie wärs mit einer dikussionsstunde zum thema im audimax?
im heutigen plenum wurde jedenfalls vorgeschlagen, themen, die einer breiteren diskussion bedürfen einen eigenen “raum” (in diesem fall: zeit!) zu geben und sie aus dem plenum weitgehend rauszuhalten. das würde 1. jenen die möglichkeit geben, die sich dazu einbringen wollen, dies auch in entsprechender form zu tun und 2. das plenum nicht sprengen und wesentliche inhalte nicht verwässern. (z.b. könnte es einen antisexismus worshop geben o.ä.)
das plenum ist in erster linie ein entscheidungsgremium – wir haben im rahmen unserer besetzung ausreichend zeit sachdiskussionen an anderer stelle zu führen.
soweit ein vorschlag von meiner seite.
28.10.2009 um %H:%M
Ich schließe mich meinem Vorredner (#149) da an. Ich habe, um das gleich vorweg zu betonen, überhaupt nichts gegen Gleichberechtigungsinitiativen und eine aktive Frauenbewegung. Ich vermeide hier bewusst das Wort “Feminismus”, weil viele Leute- und zwar bei weitem(!) nicht nur Rechte und Konservative, wie ich aus eigener Erfahrung weiß- damit negative Assoziationen verbinden. (Auf die ich jetzt nicht weiter eingehen werde, um nicht sofort Unmut auf mich zu ziehen. :-s)
Aber die aggressive Art der Kommunikation und Argumentation von und die häufige Unmöglichkeit produktiv-diskursiver Gesprächskultur mit manchen linken Gruppen (ich hab auch nichts gegen links, um das ebenfalls klar zu stellen, ich tendiere selbst sehr viel eher zu links als zu rechts) stößt einen sehr großen Teil der am Protest grundsätzlich interessierten Studierenden ab. Wir brauchen, um auch die breite Masse der gemäßigten Studis erreichen zu können, ein offeneres und toleranteres Klima im Audimax und in den AGs generell, in dem man seine Meinung sagen kann, ohne gleich von Gruppen, die mit dieser Meinung ein Problem haben, zerfleischt zu werden. So etwas darf es nicht geben!
28.10.2009 um %H:%M
Nachtrag:
Es reicht auch nicht, Meinungen, die man nicht teilt, nur nicht anzuprangern und zu verurteilen. Es sollte vielmehr jeder darauf achten, ALLEN anderen Studierenden bzw. Menschen, die an der Protestbewegung teilnehmen wollen, mit größtmöglichem Respekt und Rücksicht vor dessen persönlichen Meinungen zu begegnen, ganz gleich, wie sie auch aussehen mögen (solange sie halt nicht rechtsradikal sind, versteht sich….). Denn allein die Tatsache, dass sie den Protest überhaupt unterstützen WOLLEN, spricht für sie und zeigt, dass sie bestimmt nicht unpolitisch sind und sich zumindest mit den meisten der gestellten Forderungen durchaus identifizieren können. Denkt daran bitte.
28.10.2009 um %H:%M
Ich musste heute beim Verlassen der Demo auf der Bühne: “Haut den Typen eine in die Fresse!” hören. Das Publikum war dankeshalber nicht dieser Meinung. Solche Aufrufe zur Gewalt in jediglicher Form sind abzulehnen!
29.10.2009 um %H:%M
@ Hannes: Ja, sind sie. Das ist genau jenes aggressive Auftreten, das ich in meinem ersten Beitrag gemeint habe. Ich denke es ist nicht ganz unverständlich, wenn sich viele Männer von solchen Aufrufen verarscht vorkommen (um jetzt nicht das heikle Wort “diskriminiert” in den Mund zu nehmen) und das Gefühl erhalten, dass sie von einigen der tragenden Gruppen bei den Protesten gar nicht erwünscht sind, solang sie diese Auffassung nicht teilen. :-/
Wie schon gesagt: keine aggressive, politisch aufgeladene Stimmung aufkommen lassen, sondern tolerant und offen für alle Interessierten bleiben!
29.10.2009 um %H:%M
“Bitte in Zukunft auf das Wesentliche konzentrieren und sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Es sind sicher nicht 50 000 Leute auf die Straße gegangen um für irgendwelche Frauenquoten oder gegen den Kapitalismus zu demonstrieren…”
das hat ja wohl auch niemand behauptet, oder?
ausserdem warum soll es lächerlich sein, sexistische diskriminierung zu politisieren, lebt ihr im mittelalter oder was ist euer problem?
Ok, man kann sich über den Sinn von Quotierungen streiten. Aber andererseits die Notwendigkeit Sexismus, gerade wenn es um die Frage geht, wie man politischen Protest organisiert zu thematisieren zu leugnen, und zurückzuweisen, sich in irgendwelche von kastrationsängsten gepeinigten Maskulinistenpositionen zurückzuziehen (à la “jetzt kommen diese frustrierten emanzen…” @peter schon mal von projektion gehört, ich glaube Sigmund Freud hätte an dir eine wahre Freude gefunden, hahaha)
Allerdings kann ich entgegen der Autorin – der ich auch, wenn sie sich als Frau bezeichnet, keine Probs für Antifeminismus geben will – auf dem von ihr verlinkten Posting auf Indymedia, keinen Sexismus erkennen.
Quotierungen sind nicht als Ausschluss von Männern an sich gedacht, sondern als Ausschluss bestimmter Redeverhalten, die bestimmt auch von Frauen kommen könnten, die aber und das ist entscheidend, objektiv, gesellschaftlich, wie mans auch immer nennen möchte vor allem mit einem bestimmten Männlichkeitsbild verbunden werden… daher vor allem von Männern eingenommen werden.
Keine Ahnung ob Quotierungen das die richtige Art und Weise ist damit umzugehen, und was die Notwendigkeit von Schutz und Freiräumen, usw. sein sollte – aber angesicht der sexistischen Kommentare, im Anschluss an den Offenen Brief der Autorin, sollte man, zumindest – theoretisch – mal einen Baseballschläger bereit halten.
Übrigens: Der Autor dieses Posts hat übrigens auch nen Penis… mindestens…
29.10.2009 um %H:%M
@ Quoten: Ich hab volles Verständnis dafür, dass viele die Einführung von Frauenquoten wollen. Dass es nur 14% Frauen in höheren universitären Positionen gibt, ist ja schon lang nicht mehr repräsentativ. (Wobei ich davon überzeugt bin, dass sich diese Verteilung auch ohne Frauenquoten innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte ganz deutlich in Richtung Gleichberechtigung verschieben würde, wenn man sich die Zahl der weiblichen Universitätsabgänger der letzten Zeit ansieht.) Aber viel halten tu ich nicht wirklich davon, vor allem nicht von starren Quoten. Inwiefern könnte man zum Beispiel noch von Gleichberechtigung sprechen, wenn sich für (Annahme) 6 ausgeschriebene Stellen an einem Institut aus welchen Gründen auch immer nur 3 Frauen und demgegenüber 9 Männer bewerben und dann- in völliger Außerachtlassung der tatsächlichen Qualifikationen der Bewerberinnen (mit kleinem i, aufgepasst)- alle drei Frauen, aber nur 3 von 9 unter Umständen besser qualifizierten (Betonung auf “unter Umständen”, das soll keine wie auch immer wertende Aussage sein!) Männern angestellt werden würden, weil die Quote das so vorsieht? Ich weiß, dass diesen Begriff viele nicht mehr hören wollen, aber das wäre klassischer “umgekehrter Sexismus”. Das ist doch genauso wenig wünschenswert, oder?!
Sinnvoller wäre es eventuell, wenn man schon überhaupt Quoten einführen muss, eine relative Frauenquote von 50% einzuführen; also dass, solange die Zahl der weiblichen Bewerberinnen für ausgeschrieben Stellen unter 100% der Anzahl dieser offenen Stellen liegt, zumindest 50% der Bewerberinnen aufgenommen werden müssen, jedoch nicht 50% der Neubesetzungen zwingend Frauen sein müssen. Überschreitet die Zahl der weiblichen Bewerberinnen die Zahl der angebotenen Stellen, dann könnte man die absolute Quote von 50% aller Neuaufnahmen ansetzen, aber sie auch darunter anzuwenden, wäre eigentlich nicht im Sinne einer tatsächlichen beidgeschlechtlichen Gleichberechtigung.
29.10.2009 um %H:%M
Noch eine Anmerkung^^
Wenn ich mir die erlauben darf: 50% Frauenquote wäre eigentlich auch schon Ungleichberechtigung und würde ganz schön Konfliktstoff liefern, jedenfalls wenn man von der Annahme ausgeht, dass es oft mehr männliche als weibliche Bewerber gibt (was in vielen Branchen bekanntlich nach wie vor der Fall ist). Wenn eine Männerquote von 50% eingeführt werden würde, würden das Frauen umgekehrt ja auch nicht in Ordnung finden. Gedankenspiel: Wie wär’s mit einer Drittelteilung in eine Männer- und Frauenquote von jeweils 33% und eine dritte neutrale Zone von 34%, die je nach “Angebot” frei männlich und/oder weiblich besetzt werden kann?
Tut mir Leid, falls das jetzt zu provokant war. Ich denke man merkt, dass ich von Quoten nicht viel halte, dieser Beitrag ist nicht unbedingt ernst zu nehmen.
29.10.2009 um %H:%M
Wie ich vor kurzem Gehört habe, gab es mindestens einen tätlichen Angriff einer Gruppe Feministinnen gegen eine Kritikerin.
Auch war im Twitter von “Demo-Verweisen” für Leute, die “zu wenig feministisch” waren, die Rede.
Achtung: Ich möcht das auf keinen Fall der Frauen&Antisexismus AG in die Schuhe schieben, ich möchte nur darauf hinweisen, wozu RADIKALE politische AGITATION führen kann!
think about it
29.10.2009 um %H:%M
100% zustimmung.
29.10.2009 um %H:%M
Tag auch,
der Protest wurde von Anfang an von einer breiten linken Basis getragen und ist mMn auch nicht in Gefahr durch div. Splittergruppen unterminiert zu werden. ABER, und das nervt anscheinend nicht nur mich, ist der Protest der Anti-Sexismus AG kein Protest gg. für bessere Studienbedigungen. Bereits mehrmals (etwa am Plenum Montagabend auf der Galerie) haben Mitgliederinnen der Anti-Sexismus AG bei Vorstellungen anderer AGs (etwa IT) nichts anderes zu tun, als laut “Unwichtig!” zu schreien. Das ist absolut NICHT TOLERIERBAR, schadet der Bewegung im Allgemeinen und der Emanzipationsbewegung im Speziellen! Bitte etwas runter vom Gas und euch (so richtig viele eurer angliegen auch sein mögen) nicht als Mittelpunkt des Protests definieren!
29.10.2009 um %H:%M
…ich bin begeistert von so vielen intelligenten, ueberlegten kommentaren hier. Ich glaube dass dieser thread effizienter waere um ziele zu formulieren als das anscheinend im “plenum” ablaeuft…es scheint mir waere hier ein wahrlich liberales forum fuer diejenigen geschaffen worden, die die studienbedingungen verbessern wollen, allerdings sich nicht von politischem bloedsinn unterwerfen lassen wollen.
cheers
29.10.2009 um %H:%M
Ich habe lange von einer Jugend geträumt die aus ihrer Lethargie erwacht und vom Vorrecht der Jugend, dem Aufbegehren, gebraucht macht.
Allerdings hat sich die Jugend in meinen Träumen nicht von Ideologien vereinnahmen lassen. Sie suchte den ehrlichen Dialog mit jeden, auch mit Kritiker, und war niemals der willige Erüllungsgehilfe von jenen die glauben moralisch unfehlbar zu sein.
Deshalb versagt diese Protestbewegung für mich, den sie wirkt immer noch wie der tragische Wurmfortsatz von staubigen Marxisten.
Sprich: Distanziert euch von den Marxisten, bremst die aggressiven Feministen ein und versucht einfach mal euch einen weltanschaulichen neutralen Diskurs über die Zukunft der Bildung zu führen… auch wenn’s fordert und vielleicht ein wenig unangenehm wird… ideologische Fragen ZUR BILDUNG müssen ohnehin für genug gelöst werden. Kapitalismuskritik, Antisexismus, Rassismus etc. sind zwar wichtige Themen, haben aber in einer Bildungsdiskussion nichts zu suchen.
Und manchen Studenten sind diese Themen ja sogar egal oder, und jetzt haltet euch fest, sie haben eine ANDERE Meinung als ihr. Klingt zwar arg, ist es aber nicht.
Je mehr man sich ideologisch einzementiert, desto weniger wird man auf Dauer und auf effizienter Art und weise die Masse der Studenten geschlossen halten können.
Bei Bildungsthemen allein kann eher ein Konsens gefunden werden.
Wer sich aber gleich als Parteizentrale gibt nimmt sich selbst an Glaubwürdigkeit. Nicht nur vor einem Teil der Studenten, sondern auch vor den Medien und der restlichen Bevölkerung.
(Genau wie all jene Bewegungen übrigens, in den zwar AGs mit Namen wie “Gewaltfreie Kommunikation” gegründet werden, aber gleichzeitig auch Menschen die ihre Reden gerne mit “Haut’s den Typen eine in die Fresse!” beenden eine Bühne geboten wird.)
29.10.2009 um %H:%M
Hallo Gernot,
“Kapitalismuskritik, Antisexismus, Rassismus [...] sind zwar wichtige Themen, haben aber in einer Bildungsdiskussion nichts zu suchen.”
Doch! Die momentanen Studienbedingungen können mMn nach nicht losgelöst vom “großen Ganzen” vulgo Kapitalismus betrachtet werden sondern sind einfach systemimmanent. Ich gebe dir aber völlig recht in der Sache, dass der Audimax in der momentanen Situation nicht die Welt retten wird und sich auf das momentan Brennende konzentrieren muss und reformerisch tätig zu sein hat. Wie haben wir heute auf der Demo gelesen? “Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen”.
In diesem Sinne und ach einem langen Tag freudig das Bett erwartend,
dein namer
29.10.2009 um %H:%M
also ich seh jetzt keine “systemimmanenz” von kapitalismus und sexismus&rassismus…
und wiederum seh ich auch keine von kapitalismus, sexismus&rassismus und dem eigentlichen THEMA, BILDUNGSPOLITIK! ich seh nur eine verknuepfung von einer schlechten bildungspolitik mit den zustaenden auf der uni, die ja auch den streik getriggert haben…
29.10.2009 um %H:%M
Tz, noch immer aufgerieben von einem langen Tag hat mich das Bett doch nicht so gern, wie ich es mir wünschen würde.
Rassismus, Sexismus und die Bildungsmisere sind natürlich systemimmantent und können bei genauerer Betrachtung nicht getrennt behandelt werden. Ich bin aber ehrlich gesagt zu müde und durch den Wind, um hier und jetzt einen theoretischen Diskurs zu führen- ich hoffe du verzeihst mir das.
Ausserdem ist’s, wie du eh richtig festgestellt hast, auch nicht der richtige Platz dafür.
Kämpfen wir gemeinsam für eine besser Bildung, frei von ideolog. Grabenkämpfen! Wenn wir das geschafft haben jette ich zu dir in die USA und erklär dir bei einem Kaffee (von mir aus auch bei Starbucks, wenn du zahlst!) die Systemimmanenz.
29.10.2009 um %H:%M
Liebe/r namer, du bist ganz schön naseweis…. keine schöne Eigenschaft!
Ich für meinen Teil bin selber SoWi-Student, also brauche ich sicher keine Belehrung über “Systemimmanez” und dergleichen.
Das eine der Kapitalismus, oder besser: der ökonomische Gedanke, auf die Unis abgefärbt hat ist klar.
NICHT klar ist a) wie man damit umgeht, b) was die Alternativen sind und c) ob man deshalb gleich eine Grundsatzdiskussion über den Kapitalismus führen muss.
Zumindest für alle jene die nicht von sich behaupten können die Weisheit mit dem Löffel (als Beilage zur absoluten Wahrheit) gefressen zu haben.
Auch ist mir kein Automatismus bekannt der es bedingt das man auf eine Unikrise gleich reflexartig mit “sozialistischen Ansätzen” kontern muss. Außer man kann natürlich nur binär denken…
Und das die Agenda im Audimax mit Workshops zu mit “sozialistischen Ansätzen” gut bestückt ist oder das Zettel ebendort zur Errichtung eines “studentischen Räterates” auffordern, kannst du ja nicht bestreiten.
Eine Pluralität der Meinungen im Audimax (und in der Bewegung an sich) ist nun einfach nicht gegeben, sorry.
BTW, stört es dich nicht das in Audimax zumindest die längste Zeit eine Flagge der UdSSR hing?
Ich mein ja nur, weil die UdSSR ja nicht unbedingt ein Bildungssystem hatte das mit euren Forderungen in Einklang steht… von wegen freie Studienwahl und “Bildung statt Ausbildung” und so.
29.10.2009 um %H:%M
Eine Bewegung von StudentInnen die sich für bessere Bildung und einen besseren Zugang dafür einsetzt kommt nicht ohne ein bisschen Gesellschaftskritik aus. Da muss Platz sein für unterschiedliche Formen und unterschiedlichem Ausmaß von Kritik.
Jeder Mann und jede Frau, die auf einer Universität ist, sollte doch vom Bildungsniveau her durchschaut haben, dass in verschiedenen Lebensbereichen die Geschlechterverhältnisse immer noch ungleich sind: Vom Einkommen über das Gesprächsverhalten im Öffentlichen und im Privaten über die Möglichkeit sich im unterschiedlichen Ausmaß sicher zu fühlen wenn man nachts unterwegs ist, über die Repräsentation in der Sprache [hätte ich da vorher bei dem Beispiel vom „nachts unterwegs“ sein „man/frau“ schreiben sollen?] bis zur Repräsentation in formalen Funktionen in Politik und Organisationen.
Das sind alles offene Baustellen. Diese offenen Baustellen müssen sich in jeder Protestbewegung in irgendeiner Form abbilden. Wenn man sie ignoriert bilden sie sich auch ab – nämlich, in dem die „normalen Verhältnisse“ eben die offenen Baustellen einfach in der Bewegung verdoppelt werden.
Was mir noch wichtig ist: Ich verstehe es schwer wenn Kolleginnen und Kollegen da nervös werden, wenn diese offenen Baustellen thematisieren werden und Frauen und auch Männer innerhalb so einer Bewegung etwas deutlich anders machen wollen.
Es spricht für eine sehr schwach ausgeprägte Identität als Mann, wenn ich mich da gleich mal bedroht oder ausgegrenzt fühle. Wenn Frauen sich auf Grund der leider immer noch bestehenden Ungleichheit sich in extra Gruppen versammeln wollen oder in der Nacht in einem Frauenschlafsaal schlafen wollen und ich da einmal nicht mitspielen darf, da hab ich doch sicher gar kein Problem damit und muss nicht gleich nervös werden!
Das Funktionen 50 zu 50 besetzt werden sollen ist doch irgendwie nur logisch. Wenn man das nämlich nicht zumindest anstrebt, hat man nämlich ganz schnell und automatisch die „normalen Verhältnisse“: Frauen die sich engagieren und Männer die repräsentieren.
Wie jede und jeder der sich ein bisschen damit beschäftigt hat weiß, ist die feministische Bewegung sehr heterogen und natürlich zum Teil widersprüchlich – wie sollte es auch anders sein – Studenten und Studentinnen die sich in einer Bewegung für bessere Bildungsqualität engagieren, können aber jedenfalls nicht so ignorant sein und so tun als gebe es diese offenen Baustellen, diese Ungleichheiten nicht. Und in so einer Bewegung muss natürlich damit experimentiert werden, dass man es ein wenig besser macht als es zur Zeit gesellschaftlich noch üblich ist.
Ich wünsch allen noch viel Durchhaltevermögen
Wolfgang
Übrigens wenn ich mir den ursprünglich geposteten Beitrag von Lou ansehe und den indymedia link anklicke den sie als sexistischen Beitrag von Feministinnen bezeichnet dann geht es mir wie Gernot – ich kann an diesem Beitrag der Feministinnen gar nichts Sexistisches erkennen.
Ich kann aber irgendwie verstehen, dass es für viele Frauen genauso schwer ist wie für viele Männer den gegebenen ungleichen herrschenden Verhältnissen ins Gesicht zu sehen. Für beide Geschlechter ist es wohl unangenehm zu entdecken dass mensch in einem System von Ungleichheit auf der einen oder anderen Seite steht – und das ohne es zu wollen oder sich aktiv dafür entschieden zu haben. Ich verstehe jede Frau die sagt: Ich sehe dieses patriarchale System nicht; ich will mich nicht als Opfer sehen und ich verstehe jeden Mann der sagt: Ich sehe dieses Unterdrückungsystem nicht ich will mich nicht als Täter sehen.
Was wir von Feministinnen lernen können ist, dass es tatsächlich ein System von geschlechtlicher Ungleichheit ist in dem wir leben – immer noch – und das beide Geschlechter dabei in jeweils unterschiedlichem und wohl auch gestaltbaren Ausmaß Mitäterinnen und auch Opfer sind…
29.10.2009 um %H:%M
DANKE!
29.10.2009 um %H:%M
Also erstmal an Lou: Toller Beitrag!
schön zu sehen, dass es offensichtlich genug Leute gibt, die das ganze wenigstens ein bisschen kritisch sehen.
Es ist ganz unbestreitbar so, dass es Punkte im aktuellen Bildungssystem gibt, die optimiert werden müssen und zwar möglichst schnell. Dies sollte allerdings auf vernünftige Art und Weise getan werden, und nicht die plumpe Äusserung einer allgemeinen Stimmung sein.
Die Finanzierung der Universitäten muss beispielsweise definitiv verbessert werden. Ebenso offensichtlich ist aber auch, dass man nicht unbegrenzte finanzielle Mittel dafür zur Verfügung hat. Immerhin sind es die Steuerzahler (also auch die Leute die sich nie den Luxus eines Studiums geleistet haben) die uns das Studium finanzieren. Zu fordern, dass diese einfach noch mehr Geld für uns ausgeben sollen, und gleichzeitig alle Aufnahmebedingungen abschafft werden sollen, sodass tatsächlich jeder, den die Lust aufs Studieren überkommt, auch studieren kann, ist im besten Falle undurchdacht. Auch wenn zu diskutieren wäre, ob man von staatlicher Seite die Bildung nicht noch mehr fördern könnte, so steht es völlig ausser Frage, dass die Mittel dafür nicht unendlich sind und man, wenn man ein sinnvolles Bildungsniveu haben will, eine Art von Auswahl bei der endgültigen Studienplatzvergabe treffen muss. Dass der NC nicht unbedingt das beste Auswahlkriterium darstellt kann natürlich gerne diskutiert werden.
Die Forderung nach kostenloser, guter Bildung für alle erscheint mir jedoch wenig nachvollziehbar.
Ein weiterer Punkt der auf jeden Fall verbessert werden muss, ist die Freiheit bei der eigenen Studiengestaltung. Immerhin ist die Aufgabe der Uni uns Wissen zu vermitteln, und am Ende, auf angemessene Art und Weise, zu überprüfen was wir tatsächlich gelernt haben (und uns dies natürlich auch mit einem Diplom o.ä. zu bescheinigen). Es ist definitiv nicht Aufgabe der Unis uns vorzuschreiben, wann wir was wie machen sollen um am schnellsten und besten in die Wirtschaft zu können.
Dennoch bleibt unbestreitbar, dass es eine Art von Leistunsüberprüfung geben muss. Wie diese vernünftiger weise aussehen sollte bleibt dabei zu klären.
Ebenso scheint auch die Gleichberechtigung im Unibetrieb ein vieldiskutiertes Thema zu sein. In der Tat steht es auch völlig ausser Frage, dass Diskriminierung gleichwelcher Art (insbesondere Sexismus) bekämpft werden muss. Diese sollte aber zunächst an den entsprechenden Stellen erkannt werden ( zum Beispiel durch transparentere Einstellungsverfahren) und dann gezielt bekämpft werden, anstatt pauschal ein 50:50 Verhältnis zu fordern (hier stellt sich die Frage wieso nur das Verhältnis der Geschlechter berücksichtigt wird, und nicht auch das Verhältnis von Homo- zu Heterosexuellen, oder das der verschiedenen Religionszugehörigkeiten). Immerhin geht es bei der Vergabe von Anstelungen an einer Universität, darum die möglichst geeignetsten Bewerber einzustellen und nicht die Bevölkerung möglichst im selben Verhältnis nachzubilden.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass es schön ist, dass es Leute gibt, die sich für Ihre Ideen einsetzen, traurig ist nur, dass sie es auf so pumpe Weise tun.
Gruß
jm
29.10.2009 um %H:%M
Wieso die Forderung nach einer 50%-Frauenquote die Gleichstellung verhindern soll, sollte nicht nur behauptet, sondern argumentiert werden. Ich nehme stark an, dass das gar nicht sinnvoll möglich ist.
Auch halte ich es nicht für sexistisch, wenn Frauen sich in einer Frauengruppe mit Sexismus befassen wollen, da sich viele so mit dem Thema leichter tun und auch die Chance besser ist, dass der Antisexismus der Teilnehmerinnen nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Ich würde mich freuen, wenn es auch gemischtgeschlechtliche Antisexismusinitiativen oder pro-feministische Männergruppen zum Thema gäbe. Das wären alles legitime Organisationsstrukturen.
Lou Hefner schreibt: “Ich möchte mein Rede-Recht im allgemeinen Plenum wie meine männlichen Kommilitonen.” Das impliziert einen Widerspruch zur Existenz reiner Frauengruppen, der einfach nicht besteht. Im allgemeinen Plenum gibt es natürlich für alle Rederecht. Das hat mit der Frauengruppe nichts zu tun.
Zur fragwürdigen Verwendung des Begriffs radikal/Radikalisierung: Radikal bedeutet nicht “böse” oder “schlecht”, sondern schlicht, ein Problem bis zu seiner Wurzel zu betrachten. Insofern ist jedes nicht-radikale Denken und Handeln bestenfalls eine Abschwächung des Protests, meist aber eine Schaden, da dann Symptome und nicht Ursachen angegangen werden. Dass unterschiedliche Leute unterschiedliche Ursachen erkennen, ist nur normal. Es ist aber nicht sinnvoll, das Suchen nach den Ursachen ganz aufzugeben und sich auf eine Ebene (hier: Bologna-Prozess und mangelnde Finanzierung) zu beschränken.
Und zu “dem totalen Ausschluss nicht konformen Gedankenguts”: Ich bin mir nicht sicher, worauf dieser Satz anspielt – vielleicht die grundvernünftige Weigerung, mit rechtskonservativen oder rechtsextremen Männerbünden zu kooperieren -, jedenfalls ist er eine Lüge. Es gibt keine Gedankenpolizei, keine Parteilinie und es gibt genug Meinungsverschiedenheiten (was übrigens gut ist!) – und alle, die gewisse Grundwerte wie Antisexismus, Antirassismus und Antifaschismus teilen, können mitmachen. So zu tun, also ob es eine von allen geteilte Linie gäbe und Abweichler_innen sofort rausgeworfen würden, ist einfach falsch.
Fazit: Bei so vielen falsche Behauptungen in diesem kurzen Text wundert es mich nicht, dass Lou Hefner zu so abstrusen Urteilen gelangt.
29.10.2009 um %H:%M
Absolute Zustimmung. Die Trittbrettfahrer (v.a. Radikalfeministinnen) die ihre eigenen Befindlichkeiten institutionalisieren wollen schaden der Bewegung, schaden dem Anliegen als solches und zwingen unmengen von kritischen (ggf. gemäßigten) Studenten, die sich nicht instrumentalisieren lassen wollen, der ganzen Aktion fernzubleiben.
29.10.2009 um %H:%M
Da schließe ich mich zu 100% an!
29.10.2009 um %H:%M
Georg, geh bitte…
natürlich gibt es einen unterschied wenn die autorin sagt “Ich möchte mein Rede-Recht im allgemeinen Plenum wie meine männlichen Kommilitonen.” die autorin möchte ihr rederecht als solches (d.h. das, das auch die männer benutzen [ = das universelle]) wahrnehmen, und nicht das durch die quote festgeschriebene.
‘und alle, die gewisse Grundwerte wie Antisexismus, Antirassismus und Antifaschismus teilen, können mitmachen’ — ist natürlich schwachsinn: wer sind diejenigen, die diese abstrakten kriterien zur anwendung bringen? wer sind diejenigen, die diejenigen, die dagenen verstoßen, hinauswerfen? wer beurteilt, ob es sich um ironie, eine hyperbel oder um andere sprachfiguren handelt? wer garantiert, das nicht schlichte unmutsäußerungen zu sexismus umgedeutet werden, und sich jemand dadurch gegen kritik immunisiert? (siehe diestandard.at -> buh-rufe = sexismus)
das dieser versuch, einen änderungsprozess in gang zu bringen, auch anderweitig gesellschaftliche missstände bearbeiten u. beheben möchte ist naturgemäß zu begrüßen; in diesem fall sind die übersteigerten anliegen einiger radikalgruppierungen schlicht und einfach hinderlich. mit anderen worten: sprechen sollte, wer etwas zu sagen hat, nicht wen die quote vorsieht. (dinge wie antisexismus, usw. müssen haltungen werden, und das funktioniert ganz einfach nicht per gesetz)
danke.
p.s. frauenräume (im übrigen teil einer moschee – vlt neue perspektiven für feministinnen?), frauengruppen, etc — ich kann nicht verstehen, woher das gesteigerte interesse an abschottung der geschlechter kommt. gerade das auf-augenhöhe-diskutieren, und der versuch, vorgegebene gesellschaftliche trennungen zu durchbrehcen waren große anliegen der generation unserer eltern. aus welchem grund ist seperation en vogue?
29.10.2009 um %H:%M
kurzer nachtrag:
Wieso die Forderung nach einer 50%-Frauenquote die Gleichstellung verhindern soll, sollte nicht nur behauptet, sondern argumentiert werden. Ich nehme stark an, dass das gar nicht sinnvoll möglich ist.
wie in meinem post oben, das rederecht beispiel als pars-pro-toto:
sobald eine frau eine gewisse sache nicht aus demjenigen grund erreichen/haben/tun darf/kann, wie ein mann, sondern eine extra regelung benötigt, ist sie de facto nicht gleichgestellt.
29.10.2009 um %H:%M
Exzellenter Kommentar, Lou!
Die studentischen Organisationen sind an der Lage, die entstanden ist, selbst mitschuld. Seit Jahren sind taugen sie nicht als Gesprächspartner, wenn es um universitäre Fragen geht, sondern kümmern sich um Dinge, die für den Studierenden eigentlich egal sind: Wer einen Seminarplatz braucht, dem ist herzlich egal, welche Initiativen das Les-Bi-Gender-Referat der Studierendenvertretung setzt. Noch mal und zum Mitschreiben: Es geht um das Studieren und nicht um die Weltrevolution!
Als ich inskribiert habe, da war es nicht mal so einfach, jemanden zu finden, der mir hilft, mich irgendwie zu orientieren, damit ich die notwendigen Siebensachen beisammenhatte. Aber dafür hatte ich sofort den Folder von den KommunistInnen und den GrünInnen in der Hand, die mir erklärten, dass das kapitalistische System gestürzt werden müsse. Gut und schön, aber ich wollte einfach nur studieren! Mittlerweile hab ich das Studium fertig und muss sagen: Die Einzigen, die mich jemals in meinem Studium vertreten haben, waren die Fakultätsvertretungen – die Bundes-Organisationen waren immer für die Katz’! Ich war und bin immer eher links orientiert, aber dass die ÖH-Bundesvertretung nicht mehr von Chaoten gestellt wird, die die Welt revolutionieren wollen, sondern von jenen, die auch auf den Fakultäten etwas hackeln, halte ich für einen Fortschritt!
29.10.2009 um %H:%M
ich finde,
frau lou hat
ein eigenes transpi
im audimax verdient.
30.10.2009 um %H:%M
Super Beitrag Lou.
30.10.2009 um %H:%M
@r_picmip “16″:
“sobald eine frau eine gewisse sache nicht aus demjenigen grund erreichen/haben/tun darf/kann, wie ein mann, sondern eine extra regelung benötigt, ist sie de facto nicht gleichgestellt.”
Die Quote sorgt wenigstens dafür, dass sie die Chance hat, sich zu beweisen, während ohne oft nicht einmal das möglich ist. D. h., Frauen sind ohne Quote faktisch nicht gleichberechtigt, mit Quote sind sie es auch nicht, aber der Gleichberechtigung einen Schritt näher.
“ist natürlich schwachsinn: wer sind diejenigen, die diese abstrakten kriterien zur anwendung bringen? wer sind diejenigen, die diejenigen, die dagenen verstoßen, hinauswerfen?”
Natürlich alle Anwesenden.
Ich empfinde die genannten Grundwerte übrigens nicht als “übersteigerte Anliegen”. Ich hoffe, das war nicht deine Intention.
“sprechen sollte, wer etwas zu sagen hat, nicht wen die quote vorsieht. (dinge wie antisexismus, usw. müssen haltungen werden, und das funktioniert ganz einfach nicht per gesetz)”
Ich weiß jetzt nicht, was die Frauen AG diesbezüglich gefordert hat, aber wenn es bei der Besetzung ohne Regelung nicht gelingt, eine halbwegs paritätische Sprecher_innenliste zusammenzubringen, dann ist eine Quote durchaus interessant. Bisher habe ich den persönlichen Eindruck, dass es bei der Besetzung ganz gut ohne funktioniert.
Organisatorische Regeln sind manchmal ein gutes oder sogar notwendiges Instrument zur Annäherung an Gleichstellung. Sie sorgen auch dafür, dass sich Einstellungen weiterentwickeln.
“frauenräume (im übrigen teil einer moschee – vlt neue perspektiven für feministinnen?), frauengruppen, etc — ich kann nicht verstehen, woher das gesteigerte interesse an abschottung der geschlechter kommt.”
Ich habe schon zwei Argumente genannt. Warum du unbedingt verhindern willst, dass Frauen ohne Männer etwas tun, ist schon seltsam. Die Anspielung auf Moscheen und die damit transportierten Klischees halte ich für einen ekeligen Untergriff, der wider besserem Wissen Feministinnen desavouieren soll.
30.10.2009 um %H:%M
“Warum du unbedingt verhindern willst, dass Frauen ohne Männer etwas tun, ist schon seltsam.”
Es ist EINE Gesellschaft, keine weibliche, keine männliche, sondern eine menschliche. Zumindest sollte sie das im Idealzustand sein und ich bin mir auch bewusst, dass sie das NOCH nicht sein kann in ihrer patriachalischen Konzeption. Ich sehe das Problem auch nicht darin, das Frauen etwas alleine machen – das tun sie, wie wir wissen, Tag für Tag. Ich verstehe nur nicht, warum Frauen alles alleine machen MÜSSEN und man Männer, die pro-feministisch sind, nicht miteinbeziehen kann.
Mag sein, dass ich mich ev. bei folgendem irre, aber: “Haut den Männern auf die Fresse!” klingt auch schwer nach altem, DEUTSCHEN Radikalfeministinnen-Sprachgut und nicht nach einer österreichischen StudentINNen-Generation.
30.10.2009 um %H:%M
Ich sehe mich in dieser Diskussion eher auf Seiten jener, die Lou zustimmen. Allerdings NICHT, weil ich antifeministisch bin- das Gegenteil ist der Fall, ich bin für eine 100-prozentige Gleichstellung von Frauen in ALLEN Bereichen des Lebens und finde es richtig und wichtig, dass auch dieses Thema in der Protestbewegung einen hohen Stellenwert einnimmt. Nur, dass mich da keiner missversteht.
Aber was mich stört, ist die Art und Weise, wie dieses Thema kommuniziert wird, und die gewisse Radikalität der Mittel, die angewandt wird in dem Glauben, damit das Richtige im Sinne der geschlechtlichen Gleichberechtigung zu tun. Ich sehe zum Beispiel keinen Unterschied darin, ob ein sexistischer Mann “Ausziehen!” oder eine sexistische Frau “Haut’s den Typen eine in die Fresse!” ruft. Das sind zwei Seiten der selben Medaille, die- die eine wie die andere- unerwünscht sein sollten, und zwar von uns allen(!!!).
Wenn wir den Anspruch erheben wollen, WIRKLICH für Gleichberechtigung zu stehen und außerdem ein konstruktives, meinungspluralistisches Miteinander erhalten wollen, dann dürfen wir nicht nur unsere eigenen Wertvorstellungen verteidigen, sondern müssen, was noch VIEL WICHTIGER ist als das, auch für die Meinungen und Wertvorstellungen anderer Menschen offen sein und sie, solange sie dem antisexistischen Grundkonsens zustimmen, zu Wort kommen und ihre Anliegen in Ruhe darlegen lassen- und dann müssen wir natürlich auch das charakterliche Rückgrat haben, bei Uneinigkeiten sachlich und auf Augenhöhe mit ihnen diskutieren zu können. Denn ja!- das ist eine Frage des Charakters! Wer nicht in der Lage ist, andere Meinungen, vorausgesetzt sie werden respektvoll und durch Argumente untermauert vorgebracht, zu respektieren oder wenigstens zuzulassen, der ist um keinen Deut besser als ein Rassist, der bei einem Ausländer nur dessen Hautfarbe etc. sieht, statt den Menschen, der unter der Oberfläche steckt, egal, für wie nobel und richtig er seine Ideale auch hält! Dieses Verhalten nennt man Engstirnigkeit, und ich nenne es außerdem geistige Armut und Borniertheit.
Bitte bemüht euch in allem, was ihr tut, um Offenheit, Verständnis und Toleranz euren Mitmenschen gegenüber, solange sie euch mit derselben Einstellung begegnen. Verstrickt euch nicht in Details, solange ihr mit eurem Gegenüber eine gemeinsame Basis teilt (Stichwort antisexistischer Grundkonsens, den ich in keinster Weise in Frage stelle), sondern befasst euch lieber mit dem Menschen, der dahinter steckt! Nur so kann man seinen geistigen Horizont erweitern….
Liebe Grüße
04.11.2009 um %H:%M
[...] Die Antworten (bis heute 4.11.09 lt. Counter 179) darauf findet ihr auf: http://unsereuni.at/?p=1901&lang=de. [...]
06.11.2009 um %H:%M
…es spricht sehr für dich, dich nach dem gründer von playboy zu bennen…
06.11.2009 um %H:%M
ich finde es ganz gruselig, wie viele leute sich hier für deinen beitrag bedanken.
ich möchte gerne ganz unkonstruktiv loswerden: dein beitrag ist zum kotzen.
06.11.2009 um %H:%M
nachdems glaub ich am montag im plenum auch so ne ellenlange diskussion gegeben hat, als es darum ging, ob man vertreter aller parteien zu einer politischen diskussion einladen sollte, allerdings -FPÖBZÖ, möcht ich da auch mal meinen senf dazugeben (obwohls ursprünglich um sexismus ging, aber da es da ja sowieso mittlerweile um politische einstellungen geht weil alle automatisch antisexismus mit links gleichsetzen obwohls offensichtlich ein thema is, das halt in der regel von linksgerichteten gruppen thematisiert wird, aber unabhaengig von politischen einstellungen betrachtet ein zwar sehr wichtiges, aber eigenes thema is, bin ich mal so frei)
schauts, es is offensichtlich dass ein grossteil dieser bewegung sowieso linksorientiert is, da sind wir uns glaub ich alle einig. das heisst, dass eine mehrzahl ohnehin grundanliegen, wie in diesem fall antisexismus, vertritt. in welcher form oder in welchem ausmass is jedermanns/fraus sache. wenn man jetzt allerdings einerseits hergeht und als eines der leitmotive dieser bewegung gleichheit in jeder form voranschiebt, andererseits aber hergeht und (wie im angesprochenen fall) automatisch rechtsgerichtete gruppierungen ausschliesst, wird man unglaubwuerdig, weil das is dann genau dieselbe bigotterie die pausenlos in der politik betrieben wird, a sagen und b machen. und das entsteht allein deswegen weil dann alle mit einer ideologisch kontaminierten grundeinstellung an das ganze herangehen, was dann dazu fuehrt, dass man nicht mehr faehig is, das ganze objektiv zu betrachten. und das waer meiner meinung nach gerade dann, wenn man basisdemokratie betreibt, dringend von noeten, weil sonst hamma auch da irgendwann dieselbe situation wie im parlament, dass da 4 5 gruppierungen drin sitzen die eigentlich nur mehr basierend auf einem unflexiblen parteiprogramm oder einer ideologie, die nur zum zweck hat, moeglichst viele waehlerstimmen zu gewinnen bzw stammwaehler zu mobilisieren, ihre “vorschlaege” einbringen. und im endeffekt kommt nix dabei raus weil sowieso alle auf ihrer linie beharren und keinerlei faehigkeit zum konsens mehr da is, kurz es arbeiten alle gegeneinander.
wenn wir also sagen, dass wir alle gleich behandeln, muessten wir folglich auf eine objektive betrachtungsweise, frei von irgendeiner ideologie die uns zwingt irgendwen auszugrenzen, umschalten und uns im klaren sein, dass im plenum ohnehin die mehrzahl linksorientiert is. das heisst, wir koennen in dem fall auch rechte gruppierungen oder gruppierungen, die unsere meinung nicht vertreten, reden lassen, da wir ohnehin wissen dass da mehr linke als rechte drin hocken. das heisst dann weiter, dass den kerl der da vorn seinen rechtspopulismus betreibt hinsichtlich der persoenlichen politischen einstellung sowieso keiner ernst nimmt, und dass man ihm (und ich sag bewusst ihm) vermutlich, vorrausgesetzt man bleibt sachlich, durch die ueberzahl an eher links orientiertem gedankengut, sowieso den wind aus den segeln nimmt bzw ihn in grund und boden argumentiert, da der rechtspopulismus bei einem selber sowieso keine wirkung haben wird und sich in schall und rauch aufloest. da gehts rein drum, dass man niemandem verweigert, seinen senf dazuzugeben, sonst hamma irgendwann eine situation wie im orf, wo parteifunktionaere eingeladen werden, um ueber bildung zu diskutieren, und im endeffekt einen hahnenkampf um waehlerstimmen betreiben. jeder redet viel, aber sagt nix.
darum denk ich mir: sehts das ganze einfach ein bissl differenzierter und besinnts euch auf eure qualifikationen als wissenschaftler. bleibts ruhig und lassts euch nicht provozieren, selbst wenn euch die ein oder andere aussage gegen den strich geht. weil wenns mit dem was ihr wissts sachlich bleibts, haben wirs auch nicht notwendig da dem mainstream zu folgen und ausgrenzung zu betreiben. damit mein ich nicht dass man seine ueberzeugungen verraten sollte, sondern nur, dass im plenum sachlichkeit und ein neutraler standpunkt (muss ich leider sagen aufgrund einiger aktionen die da stattgefunden haben, wurscht ob das jetzt auf linker oder rechter seite war) dringend von noeten waeren.
sry fuer die litanei
06.11.2009 um %H:%M
achja, zum eigentlichen beitrag: die gute lou oder der gute lou (eigentlich irgendwie auch wurscht) hat sicher mit manchem was sie/er sagt nicht so ganz unrecht, allerdings sicher nicht mit allem. was primaer an dem beitrag aufstoesst, nach den kommentaren zu urteilen, is glaub ich der tonfall, denn der gefaellt mir in einigen punkten auch nicht wirklich. aber den (soweit das damit beabsichtigt war) aufruf zu einer in einigen faellen neutraleren grundhaltung, besonders wenns um die wurscht geht (in dem fall entscheidungen die wir treffen, um die probleme in der bildung anzugreifen), kann ich nur unterstuetzen.