Nachrichten des Betriebsrats für das wissenschaftliche Universitaetspersonal vom Mi, 18.11.2009:
Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!
Forum „Nachhaltige Hochschulstrategie“ am 19.11.09
Position der Mehrheit im Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal
Der politische Auftrag, einen freien Zugang zu den Universitäten zu garantieren, ist nur bei einer entsprechenden Finanzierung der Universitäten zu erfüllen. Eine einmalige Investition in die Lehre kann die strukturellen Mängel an der Universität Wien nicht beseitigen. Vielmehr bedarf es einer nachhaltigen, adäquaten Finanzierung, um Studienbedingungen herzustellen, die das Weiterkommen der Studierenden sicherstellen und ihnen auch die Möglichkeit bieten, eine umfassende Bildung zu erwerben.
Lehrende mit Kurzzeitverträgen können die Betreuung der Studierenden nicht sicherstellen. Wir benötigen mehr Vollzeitlehrende mit unbefristeten Verträgen, denen auch genügend Zeit eingeräumt wird, die für die forschungsgeleitete Lehre notwendige Forschung auch zu betreiben.
Die derzeit geübte Praxis, Lektorinnen und Lektoren auch außerhalb ihrer bezahlten Arbeit für Modulprüfungen und die Betreuungen von Diplomarbeiten und Dissertationen einzusetzen, ist unakzeptabel. Prüfungsgelder als Entschädigung für Mehraufwand bei großen Lehrveranstaltungen sind beizubehalten – Mehraufwand kann durch „all inclusive“ – Gehälter nicht abgegolten werden.
Von der starken Verschulung der Bachelor-Studien, die durch die Umsetzung des Bologna-Prozesses um sich gegriffen hat, müssen wir wieder abkommen – Bildung kann durch employability nicht ersetzt werden.
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses muss endlich ernst genommen werden. Assistentinnen und Assistenten in Ausbildung („praedocs“) müssen diese auch tatsächlich erhalten und dürfen auch während der für die Institute gewidmeten Arbeitszeit nicht für Aufgaben missbraucht werden, die nichts mit einer Ausbildung für die Forschung zu tun haben.
Es muss auch sichergestellt werden, dass sich Leistung lohnt. Kolleginnen und Kollegen, die bereits mehrmals ihre Qualität bewiesen haben, müssen endlich Laufbahnstellen angeboten bekommen. Der derzeitige Zustand, dass es leichter ist, eine Professur an einer anderen Universität zu bekommen als eine unbefristete Assistentenstelle an der Universität Wien, ist kein Beweis für die hohe Qualität der Uni Wien. Er zeigt lediglich auf, dass sich die Universität wenig um die Karrieren ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmert.
Die Universität muss sehr sorgfältig und wertschätzend mit ihren Personalressourcen umgehen – mit dem bestehenden Personal für die Gegenwart und mit den Studierenden für die Zukunft. Dann wird auch die Qualität stimmen.
Mit kollegialen Grüßen
Gert Michael Steiner
Vorsitzender









19.11.2009 um %H:%M
[...] (…) Eine einmalige Investition in die Lehre kann die strukturellen Mängel an der Universität Wien nicht beseitigen. Vielmehr bedarf es einer nachhaltigen, adäquaten Finanzierung, um Studienbedingungen herzustellen, die das Weiterkommen der Studierenden sicherstellen und ihnen auch die Möglichkeit bieten, eine umfassende Bildung zu erwerben. Wir benötigen mehr Vollzeitlehrende mit unbefristeten Verträgen, denen auch genügend Zeit eingeräumt wird, die für die forschungsgeleitete Lehre notwendige Forschung auch zu betreiben. Von der starken Verschulung der Bachelor-Studien, die durch die Umsetzung des Bologna-Prozesses um sich gegriffen hat, müssen wir wieder abkommen – Bildung kann durch employability nicht ersetzt werden. Assistentinnen und Assistenten in Ausbildung („praedocs“) müssen diese auch tatsächlich erhalten und dürfen auch während der für die Institute gewidmeten Arbeitszeit nicht für Aufgaben missbraucht werden, die nichts mit einer Ausbildung für die Forschung zu tun haben. Zustand, dass es leichter ist, eine Professur an einer anderen Universität zu bekommen als eine unbefristete Assistentenstelle an der Universität Wien, ist kein Beweis für die hohe Qualität der Uni Wien. Er zeigt lediglich auf, dass sich die Universität wenig um die Karrieren ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmert. (…) Gert Michael Steiner, Vorsitzender MUW-Betriebsrat d. wiss. Pers. Siehe: LINK [...]